Ein Tag mit Kenan und Senad vom Sicherheitsdienst

Foto Vanessa Hunnius Vanessa Hunnius / Wiener Linien Redaktion 16.04.2026
Lesedauer: 5 Min.
Zwei Sicherheitsdienstmitarbeiter der Wiener Linien auf Streife

Mehr als 2,4 Millionen Menschen sind täglich in den Wiener Öffis unterwegs. Damit das Miteinander funktioniert, braucht es vor allem eines: Rücksicht und Respekt. Genau hier setzt auch die aktuelle Kampagne „Host kan Genierer?“ an. Sie erinnert daran, wie einfach gutes Verhalten im Alltag sein kann.

Was viele nicht sehen: Hinter einem sicheren und angenehmen Öffi-Erlebnis stehen Menschen, die genau dafür sorgen. In unserer Mini-Serie begleiten wir Kolleg*innen hinter den Kulissen. Heute sind wir mit Kenan und Senad vom Sicherheitsdienst unterwegs.

Mittendrin statt nur dabei

Ihr Arbeitsplatz ist ganz Wien: Stationen, U-Bahnen, Nightline-Busse. Oft sind sie genau dort, wo Situationen schnell kippen können. Wir treffen Kenan und Senad am Stützpunkt Karlsplatz – einem der zentralen Knotenpunkte im Netz.

Von hier starten sie gemeinsam in ihre Schicht. Denn im Sicherheitsdienst gilt: Man ist nie allein unterwegs.

„Man muss seinem Partner vertrauen können“, sagt Senad. Seit Herbst sind die beiden fix als Team eingeteilt. „Wir ticken in vielen Dingen ähnlich - das hilft enorm im Alltag.“

Zwei Wege, ein Ziel

Beide kamen über Umwege zu den Wiener Linien. Kenan war zuvor im Einzelhandel und bereits im Sicherheitsbereich tätig. 2018 wechselte er zu den Wiener Linien -  heute ist er auch als Blaulichtfahrer und Einschuler im Einsatz. „Neue Kolleg*innen zu begleiten, ist eine große Verantwortung. Das macht mich stolz“, erzählt er.

Auch Senad startete im Verkauf, bevor er 2024 zum Sicherheitsdienst kam. „Ich habe mir gedacht, sas kann es noch nicht gewesen sein“, erzählt er. Ein Nachbar, selbst U-Bahn-Fahrer, brachte ihn schließlich auf die Idee, sich bei uns zu bewerben. „Am Anfang wusste ich nicht genau, was mich erwartet“, sagt er. „Aber man wächst schnell hinein.“

Zu Hause hat sein Job längst einen besonderen Status: „Meine Kinder sagen, ich bin die U-Bahn-Polizei. Und das ist der Größte für sie."

Mehr als nur eingreifen

Der Sicherheitsdienst ist im gesamten Netz präsent – sichtbar und oft auch präventiv. Denn viele Situationen entstehen gar nicht erst, weil frühzeitig eingegriffen wird. „Viele denken, wir kommen erst, wenn etwas passiert“, sagt Senad. „Dabei sorgen wir oft schon vorher dafür, dass es gar nicht so weit kommt.“

Dafür braucht es eine fundierte Ausbildung: von Netzkunde über Hausordnung bis hin zu Deeskalation und dem Umgang mit kritischen Situationen.

Wenn kleine Dinge große Auswirkungen haben

Im Alltag begegnen Kenan und Senad vielen Situationen, die harmlos wirken,  aber schnell gefährlich werden können.

Ein Beispiel: Kinderwägen auf Rolltreppen.
„Wenn jemand den Notstopp zieht, kann das schnell kippen“, erklärt Senad.

Oder die Maulkorbpflicht bei Hunden:
„Das sind keine Schikanen, sondern Regeln für die Sicherheit aller.“

Genau solche Situationen greift auch die Kampagne „Host kan Genierer?“ auf. Denn oft fehlt nicht der Wille – sondern das Bewusstsein. „Viele machen das gar nicht absichtlich“, sagt Kenan. „Wenn man es erklärt, verstehen es die meisten.“ 

Klare Haltung im Alltag

Der Job verlangt viel Fingerspitzengefühl: respektvoll bleiben, aber konsequent handeln.

„Geduld, Respekt und Empathie sind extrem wichtig“, sagt Kenan. „Aber wenn es nötig ist, müssen wir auch klar auftreten“, ergänzt Senad. Deeskalation und Kommunikation steht dabei immer im Vordergrund. 

Für ein gutes Gefühl unterwegs

Trotz herausfordernder Situationen sind es oft die positiven Begegnungen, die bleiben. „Viele bedanken sich bei uns . Vor allem ältere Menschen sagen, dass sie sich sicherer fühlen“, erzählt Senad.

Es sind diese Momente, die den Unterschied machen: ein kurzes Gespräch, ein geklärter Konflikt oder ein leises „Danke“ am Bahnsteig. „Ich helfe einfach gern“, sagt Kenan. „Genau darum geht’s.“

Hinter den Kulissen

Der Sicherheitsdienst ist weit mehr als Kontrolle. Es geht um Präsenz, Verantwortung und darum, im richtigen Moment da zu sein.

Damit sich Millionen Menschen täglich sicher durch Wien bewegen können - oft, ohne es überhaupt zu bemerken.

 

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