
Mehr Tempo für Bus und Bim: Beschleunigungsoffensive für Wiens Öffis
Hier wird's schneller:
Linie D: Erste Beschleunigungsmaßnahmen sind umgesetzt, weitere Maßnahmen in Planung
Sechs von mehr als 20 geplanten Maßnahmen wurden bei der Linie D bereits umgesetzt. Insgesamt soll die Linie um bis zu drei Minuten pro Fahrtrichtung beschleunigt werden, in Summe also bis zu sechs Minuten.
Bereits umgesetzt wurde unter anderem eine neue Ampelschaltung im Sinne der Öffis an der Kreuzung Canettistraße/Arsenalstraße. Dadurch sparen die Straßenbahnen in beide Fahrtrichtungen insgesamt rund 4 Minuten. Auch bei der Kreuzung Heiligenstädter Straße/Sickenberggasse wurde die Ampel angepasst, sodass die Bim früher Grün bekommt und weniger warten muss.
Weitere Maßnahmen sind bereits beschlossen und werden demnächst umgesetzt. In der Prinz-Eugen-Straße wird zwischen Goldeggasse und Weyringergasse ein Parkverbot eingeführt. Dadurch werden Autos früher von den Gleisen getrennt und können rascher abbiegen. Das sorgt insgesamt für ein flüssigeres Vorankommen.
Auch in der Heiligenstädter Straße in Döbling wird nachgebessert. Dort werden zwischen Radelmayergasse und Gunoldstraße sogenannte Stuttgarter Schwellen angebracht. Diese trennen die Fahrspuren klar voneinander, sodass Autos künftig neben der Straßenbahn und nicht mehr vor ihr fahren.
Am Kärntner Ring (Höhe Kärntnerstraße) wird ebenfalls für mehr Tempo gesorgt: Durch eine um 20 Sekunden verlängerte Grünphase können künftig zwei Straßenbahnen statt bisher einer die Kreuzung passieren. Zusätzlich wird eine eigene Abbiegespur in die Kärntner Straße für Autos geschaffen. Dadurch wird verhindert, dass abbiegende Fahrzeuge die Straßenbahn blockieren. Von diesen Maßnahmen profitieren die Linien D, 1, 2 und 71.
Ab 13. Juli wird außerdem die Haltestelle „Parlament“ nicht mehr eingehalten. Die umliegenden Stationen liegen nur rund 200 Meter entfernt und werden deutlich stärker genutzt. Die nächstgelegene Haltestelle „Ring, Volkstheater U“ ist zudem ein zentraler Umsteigeknoten zu den Linien U3, 46, 49, 1, 2, 71, D und 48A. Damit das Parlament auch zukünftig im Netzplan der Wiener Linien vertreten und für Fahrgäste klar ersichtlich ist, wird in diesem Zug die Haltestelle „Ring, Volkstheater U“ in „Parlament, U Volkstheater“ umbenannt.
Durch den Wegfall eines Stopps spart die Straßenbahn im Schnitt rund 30 Sekunden pro Fahrtrichtung. Gleichzeitig verbessert sich die Stabilität im Betrieb. Insgesamt ergibt sich dadurch für die Fahrgäste der Ringlinien eine Zeitersparnis von über 200.000 Stunden pro Jahr.
Das Wartehäuschen der Haltestelle „Parlament“ wird nachhaltig weiterverwendet. Es kommt künftig bei der Station „Volkstheater“ auf der Linie 49 zum Einsatz.
Linie O: Beschleunigung startet, an bis zu 30 Stellen wird's schneller
Auch bei der Linie O wird bereits intensiv daran gearbeitet, sie im Zuge der ÖBB-Stammstreckensperre besonders zuverlässig und schnell zu machen. Insgesamt wurden bis zu 30 Beschleunigungspotenziale identifiziert und die ersten sind auch schon umgesetzt:
An der Kreuzung Landstraßer Gürtel/Fasangasse wurde ein neues Ampelprogramm in Betrieb genommen. Dadurch verkürzen sich die Stehzeiten der Straßenbahnen in beide Fahrtrichtungen spürbar.
Auch in der Radetzkystraße gab es immer wieder Probleme durch schlecht geparkte Fahrzeuge, die die Straßenbahn blockiert haben. Durch markierte Parkplätze soll dem jetzt Abhilfe geschaffen werden.
Weitere Schritte sind bereits fixiert.
- In der Ungargasse wird vor der Kreuzung zur Invalidenstraße ein Parkverbot eingeführt. Dadurch wird der Autoverkehr früher von den Gleisen getrennt und Rückstau auf die Straßenbahnstrecke verhindert. Bislang haben die Straßenbahnen dort bis zu 1,5 Minuten verloren. Künftig kann die Linie O in Fahrtrichtung Bruno-Marek-Allee deutlich flüssiger fahren.
2. Um Rückstau auf den Gleisbereich zu verhindern, wird die Fahrbahn in der Fasangasse vor dem Rennweg angepasst. Das sorgt ebenfalls dafür, dass die PKWs frühzeitiger vom Gleis getrennt werden.
Wieso brauchen wir mehr Tempo?
Wien gilt mit seinem engmaschigen Netz, seinen dichten Intervallen und der hohen Zuverlässigkeit international als Vorbild im öffentlichen Verkehr. Delegationen aus aller Welt blicken auf das Wiener Modell. Dennoch werden die Öffis immer wieder ausgebremst:
- Durchschnittlich vier Mal pro Tag blockieren "Falschparker" - also schlampig geparkte Autos - unsere Busse und Straßenbahnen. Die Öffis können erst passieren, nachdem das Fahrzeug entfernt wurde. Die Folge sind Verspätungen, gestörte Intervalle und viele verärgerte Öffi-Fahrgäste.
- Fahrzeuge, die unmittelbar vor einer Straßenbahn abbiegen oder die Fahrbahn queren, zwingen die Bim zum Bremsen und führen damit zu Verspätungen.
- Im Straßenverkehr müssen Busse, die aus einer Haltestelle kommen, oft warten, bis sie sich in den Fließverkehr einordnen müssen, oder stehen überhaupt im Stau.



Unser Ziel: Schneller und verlässlicher unterwegs
Mit der Beschleunigungsoffensive setzen die Wiener Linien einen weiteren Schritt, um die Qualität und Effizienz der Öffis zu steigern. Künftig sollen Busse und Straßenbahnen nach Möglichkeit nur mehr an der Haltestelle halten und ansonsten auf der Strecke zügig fahren können. Unter dem Motto "Mehr Tempo für Bus und Bim" arbeiten Expert*innen und Dienststellen der Stadt Wien und der Wiener Linien gemeinsam an einer großangelegten Beschleunigungsoffensive. Damit wird die "Netz erst recht!"-Initiative ausgeweitet, denn ein stabiles, verlässliches Betriebsnetz besteht sowohl aus moderner Infrastruktur als auch einem verlässlichen Angebot.
Vorrang für viele statt Stau für alle
Wir analysieren 29 Straßenbahnlinien und 135 Autobuslinien, um Möglichkeiten zur Beschleunigung zu finden. Dort setzen wir ganz gezielt Maßnahmen, damit Öffi-Fahrgäste schneller vorankommen. Geplant sind unter anderem weitere Ampelbevorrangungen und grüne Wellen für Bus und Bim, die Beseitigung neuralgischer Öffi-Blockierer-Hotspots, die Anpassung von Abbiegerelationen des motorisierten Individualverkehrs sowie die Schaffung von zusätzlichen eigenständigen Bus- und Straßenbahnspuren.
Aus Falschparker-Hotspots wird lebenswerter Grünraum für alle
Wie es aussieht, wenn Falschparker-Hotspots beseitigt werden, zeigt unsere Bildergalerie am Beispiel der Kreuzgasse im 18. Bezirk: Wo früher Autos stauten und die Bim blockierten, blühen jetzt Blumen und spenden Bäume Schatten. Die Beseitigung von Falschparker-Hotspots freut also nicht nur die Öffi-Fahrgäste, sondern hat auch für die Anrainer*innen viele Vorteile. Das zeigt sich auch in der Camillo-Sitte-Gasse im 15. Bezirk: Wo früher Autos (falsch) geparkt waren oder im Stau standen, finden sich jetzt begrünte Flächen. Die Straße aus Beton und Asphalt wurde entsiegelt und mit Hochsträuchern begrünt. Breitere Gehsteige, ein Trinkbrunnen und vier Sitzbänke sorgen für angenehme Aufenthaltsqualität. So wird aus Asphalt und Stau lebenswerter Grünraum.
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Kreuzgasse, 18. Bezirk: Falschparker-Hotspot beseitigt© Christian Fürthner/MA28Grünraum statt Falschparker-Blockade -
Kreuzgasse, 18. Bezirk: Falschparker-Hotspot beseitigt© Christian Fürthner/MA28Freie Fahrt für die Bim statt Falschparker-Blockade -
Kreuzgasse, 18. Bezirk: Falschparker-Hotspot beseitigt© Christian Fürthner/MA28Freie Fahrt für die Bim! -
Kreuzgasse, 18. Bezirk: Falschparker-Hotspot beseitigt© Christian Fürthner/MA28Blumenwiese und schnelle Öffis statt Falschparker-Blockade
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