Die Bauweise: So bauen wir U2xU5
Diese Methoden kommen beim U-Bahn-Bau zum Einsatz:
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Vortrieb mit der Tunnelvortriebsmaschine (kurz TVM)
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Offene Bauweise (auch Deckelbauweise genannt)
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Neue Österreichische Tunnelbauweise (kurz NÖT)

Abschnitte, auf denen die jeweilige Methode eingesetzt wird
1. Vortrieb mit der Tunnelvortriebsmaschine
Diese Baumethode kann bei längeren Abschnitten mit gleichmäßigem Tunnelverlauf eingesetzt werden, wobei auch der Boden relativ gleichmäßig beschaffen sein muss. Die 127 Meter lange Tunnelvortriebsmaschine erledigt alle Arbeitsschritte in einem: das Graben des Tunnels, die Abdichtung und Auskleidung des Tunnelrohrs und den Abtransport des Abbruchmaterials.
Die Tunnelvortriebsmaschine hat die beiden neuen U2-Tunnel gegraben und gebaut
Den Großteil der U2-Streckentunnel haben wir unterirdisch gegraben und gebaut, und zwar mit unserer Tunnelvortriebsmaschine "Debohra". Auf ihrem Weg hat Debohra nicht nur die neue Tunnelröhre gegraben, sondern auch die Tunnelschale hergestellt. Die Schale besteht aus Betonelementen, den so genannten Tübbingen. Jeweils sechs Tübbinge zusammen ergeben einen Tübbing-Ring. Indem Debohra Tübbing-Ring für Tübbing-Ring aneinandergereiht hat, hat sie die Tunnelröhre gebaut.
Auf ihrem Weg vom Matzleinsdorfer Platz bis zum Augustinplatz hat Debohra insgesamt 150.000 Kubikmeter Erde ausgegraben - das entspricht dem Volumen von rund 60 olympischen Schwimmbecken. In der neu errichteten Tunnelröhre hat Debohra insgesamt rund 17.000 Tübbinge zu 2.850 Tübbing-Ringen zusammengefügt.
Übrigens: Bevor Debohra starten konnte, musste sie erst einmal zusammengesetzt werden. Dafür wurden alle Einzelteile zur U2-Baustelle am Matzleinsdorfer Platz geliefert und überprüft. Einzelne Segmente wurden noch an der Oberfläche zusammengebaut und anschließend mit dem Kran in den Schacht hinuntergelassen. Dort unten, in 30 Meter Tiefe, wurde Debohra dann zusammengesetzt. Der Aufbau dauerte mehrere Monate.
Nun hat Debohra ihre Arbeit erfolgreich beendet: Die zwei neuen U2-Streckentunnel mit einer Länge von insgesamt 4,2 Kilometer zwischen Matzleinsdorfer Platz (5. bzw. 10. Bezirk) und Augustinplatz (7. Bezirk) sind fertiggestellt. Sie verbinden die vier neuen Stationen U2xS Matzleinsdorfer Platz, U2 Reinprechtsdorfer Straße, U2xU4 Pilgramgasse und U2xU3 Neubaugasse miteinander.
Mit dem Abschluss dieser Bauphase ist der Tunnelvortrieb der ersten Baustufe abgeschlossen. Danke Debohra, du warst großartig! ♥️
Das war Debohra:
- Länge: 127 Meter
- Gewicht: über 1.300 Tonnen
- 27.000 Einzelteile. Herzstück und größtes Einzelteil: das Schneidrad mit einem Durchmesser von knapp sieben Metern
- Antriebsleistung: 1,92 Megawatt oder rund 2.600 PS. Damit schaffte Debohra bis zu zehn Meter Baufortschritt pro Tag.
2. Offene Bauweise (Deckelbauweise)
Dort, wo an der Oberfläche künftig Aufgänge oder Notausstiege sein werden, wird offen gebaut. Zum Einsatz kommt dabei die sogenannte Deckelbauweise: Zuerst werden Bohrpfähle oder Schlitzwände aus Stahlbeton hergestellt, zwischen denen die Baugrube ausgehoben wird. Sobald die Tiefe erreicht ist, in der Bagger und Radlader arbeiten können, wird die Grube mit einem Betondeckel verschlossen. Der An- und Abtransport von Baumaterial geschieht dann über kleinere Förderschächte, die bestehen bleiben.
Unser Erklärvideo zeigt, wie Bohrpfähle funktionieren:
3. Neue Österreichische Tunnelbauweise (NÖT)
Diese lang erprobte Bauweise kommt beispielsweise zum Einsatz, wenn verwinkelte Gebäudeteile gebaut werden müssen. Das trifft auch auf die Stationstunnel zu, also jene Streckenabschnitte, wo später die Bahnsteige sein werden. Zuerst wird der Untergrund mit Stahl-Spießen gesichert. Danach wird das Erdreich Meter für Meter herausgebaggert und der entstehende Tunnel mit Spritzbeton auf Baustahlgitter gefestigt.
Nachhaltiges Bauen: Aus Wiener Tunnel wird Wiener Ziegel
Aus einem Pilotprojekt der Wiener Linien und des Baustoffherstellers wienerberger ist eine Innovation für nachhaltiges Bauen entstanden: Das Aushubmaterial aus der Verlängerung der U2 bis Matzleinsdorfer Platz - genau gesagt der darin enthaltene Ton - landet nicht auf der Deponie, sondern wird für die Herstellung hochwertiger Ziegel verwendet.
Aus den Ziegeln können 1.000 Einfamilienhäuser gebaut werden
Bisher wurden rund 35.000 Kubikmeter Erdmaterial aus der Tunnelvotriebsmaschine Debohra an wienerberger geliefert. Das Material wird zentral am Matzleinsdorfer Platz ausgehoben und zu den wienerberger Ziegelwerken Hennersdorf bei Wien und Göllersdorf (NÖ) gebracht. Dort wird es wie herkömmlicher Ton zu Ziegeln weiterverarbeitet. Seit März 2026 läuft die Produktion in den wienerberger-Ziegelwerken auf Hochtouren. Insgesamt entstehen so 2,8 Millionen Ziegel aus U2xU5-Aushub. Damit können rund 1.000 Einfamilienhäuser gebaut werden. Die Ziegel sind ab Mai 2026 im regulären Baustoffhandel erhältlich und können für sämtliche Bauprojekte eingesetzt werden.
Aus Erdmaterial wird wertvoller Baustoff: So geht urbane Kreislaufwirtschaft
Anstatt das Aushubmaterial des U-Bahn-Baus auf einer Deponie zu entsorgen, wird daraus ein regionaler Baustoff, der höchsten Qualitätsstandards entspricht: Die Ziegel, die mit U2-Aushub hergestellt werden, erfüllen dieselben Qualitätsstandards hinsichtlich Statik, Dämmung und Schallschutz wie "klassische" Ziegel aus bestehenden Tongruben und können genauso für Wohn- und Objektbauten eingesetzt werden.
Infocenter U2xU5
Interaktives Besucher*innenzentrum
U3 Volkstheater Aufgang Burggasse
Kontakt für Anrainer*innen
Unsere Ombudsleute haben immer ein offenes Ohr für die Anliegen von Anrainer*innen.

