Ein Tag mit Petra und Mateusz vom Servicedienst der Wiener Linien
Wiener Linien Redaktion / Vanessa Hunnius 02.03.2026
Lesedauer: 5 Min.
Täglich sind mehr als 2,4 Millionen Menschen in Wiens Öffis unterwegs. Damit sich alle sicher und wohlfühlen, braucht es Rücksicht, Respekt und Menschen, die hinschauen. So wie Petra und Mateusz vom Servicedienst der Wiener Linien. Sie nehmen uns mit und zeigen uns wie ein typischer Arbeitstag bei ihnen aussieht.
Mit Blick für das große Ganze
Wer Petra und Mateusz durch die U-Bahn-Stationen begleitet, merkt schnell: Sie sehen Dinge, bevor andere sie wahrnehmen. Ein unsicherer Blick, eine verschmierte Tür, eine Situation, die kippen könnte. „Man muss das große Ganze im Blick haben“, sagt Mateusz. „Was klein wirkt, kann in wenigen Minuten ein Problem werden.“
„Ich habe mein ganzes Leben mit Menschen gearbeitet“, sagt Petra. So war sie bereits Friseurin, Ausbildnerin, sowie in einer Klinik und im Sicherheitsbereich tätig. Seit zehn Jahren ist sie nun im Servicedienst der Wiener Linien in den U-Bahn-Stationen im ganzen Netz unterwegs.
Und unterwegs heißt: viele Schritte, sehr viele. 15.000 bis 20.000 Schritte am Tag sind keine Seltenheit. Dazu unzählige Kontrollgänge, Gespräche und Störungsmeldungen. „Die Füße werden rauchen, die Ohren werden klingeln – aber wir werden lachen!“, sagt sie. Der Tagesablauf mag strukturiert sein – die Situationen sind es nie. „Genau das mag ich“, ergänzt Mateusz. „Hier ist jeder Tag anders.“
Dass die beiden heute so selbstverständlich zusammenspielen, ist kein Zufall. Als Mateusz frisch aus der Ausbildung kam, war Petra für ihn eine Art Lehrerin. „Ich habe von ihr von der ersten Stunde an unglaublich viel gelernt“, erinnert er sich. „Sie achtet wirklich auf jedes Detail. Das habe ich mir mitgenommen – und vergesse es bis heute nicht.“ Dieses Auge fürs Detail zeigt, wie viel Professionalität hinter einem Job steckt, der von außen oft unterschätzt wird.
Ein Vorurteil hält sich hartnäckig: Servicedienst-Mitarbeiter*innen würden nur vor Monitoren sitzen oder den ganzen Tag spazieren gehen. Petra winkt ab, denn tatsächlich prüfen sie bei ihren Rundgängen sicherheitsrelevante Einrichtungen, kontrollieren wichtige Anlagen, sichern Gefahrenstellen ab und sind oft die erste Anlaufstelle für Fragen aller Art von den Fahrgästen.
„Viele sehen nur, dass wir unterwegs sind“, sagt Mateusz. „Aber nicht, was wir alles im Blick behalten.“ Für ihn ist jeder Rundgang Verantwortung – nicht Routine. Seit 2023 ist er im Servicedienst, davor war er fast 20 Jahre selbstständig. „Im Büro zu sitzen war nichts für mich, hier bin ich richtig angekommen.“ Wenn er in großen Stationen unterwegs ist, vergeht die Zeit für ihn wie im Flug. „Ich weiß dann: Heute habe ich wirklich etwas geleistet.“ Dieses Gefühl treibt ihn an.
Vielfälter Job mit umfassender Ausbildung
Was viele nicht sehen: Hinter jedem Kontrollgang steckt eine umfassende Ausbildung: Ticketkunde, Netzkenntnis, Brandschutzpläne, Erste Hilfe, Deeskalation, Kommunikation und einiges mehr. Die Servicedienst-Kolleg*innen stellen dabei klar: Hier geht es um mehr als Technik - das gute Miteinander mit den Fahrgästen steht immer an erster Stelle.
Mit Rücksicht & Respekt kommen wir gemeinsam gut ans Ziel
Unsere neue Bewusstseins-Kampagne „Host kan Genierer?“ greift genau jene Momente auf, die Petra und Mateusz nur zu gut kennen. „Es geht nicht darum, jemanden zurechtzuweisen“, erklärt Mateusz. „Wir teilen uns die Öffis, und jede*r soll sich dort sicher und wohl fühlen.“
Ob Schaulustige bei Einsätzen, Roller in der Station oder Telefonieren über einen Lautsprecher: Vieles ließe sich mit mehr Rücksicht vermeiden. Petra bringt hier gern ihren Humor ins Spiel: „Wenn die Tante Mitzi euch nach Hause einladet, fahrt’s ja auch nicht mit dem Roller durch die Wohnung.“ Sie lächelt, wenn sie das sagt, aber die Botschaft ist klar.
Es wäre leicht, sich einfach über die Rücksichtslosigkeit im Öffi-Alltag zu ärgern, die beiden setzen stattdessen auf Kommunikation: „Wenn man Dinge plausibel macht, verstehen es die meisten“, ist Petra überzeugt. So vergleicht sie defekte Anlagen gern mit einer Kaffeemaschine: Manchmal müsse man eben zuerst Wasser oder Bohnen nachfüllen, bevor man einen Kaffee kochen kann.
„Im Grunde ist es ganz einfach“, erklärt Petra, „Alles, was man selbst nicht möchte, sollte man anderen auch nicht antun“. Für Mateusz ist genau dieses Mitdenken entscheidend: „Wenn jede*r ein bisschen auf die anderen schaut, läuft es für alle besser.“ Ein einfacher Gedanke. Aber vielleicht genau die Haltung, die es im Öffi-Alltag braucht.
Am Ende unseres Rundgangs ist klar: Die Arbeit im Servicedienst ist kein Nebenbei-Job. Sie erfordert Präsenz, Aufmerksamkeit, Verantwortung und viel Herz. Und während die beiden weitergehen – zum nächsten Kontrollgang, zur nächsten Frage, zur nächsten Situation – wird deutlich: Die Arbeit unserer Servicedienst-Kolleg*innen sieht vielleicht nicht jede*r, aber sie wirkt jeden Tag.
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