Ein Tag mit Petra und Peter von der Kontrolle und Fahrgastinformation
Vanessa Hunnius / Wiener Linien Redaktion 17.03.2026
Lesedauer: 5 Min.
Ein ganz normaler Tag im Wiener Öffi-Netz: Menschen eilen zur Arbeit, Jugendliche lachen in der U-Bahn, Tourist*innen versuchen, sich im Liniennetz zu orientieren. Und mittendrin sind Petra und Peter von der Kontrolle und Fahrgastinformation. Seit vielen Jahren sind sie für die Wiener Linien unterwegs und kontrollieren neben Tickets auch die Einhaltung der Hausordnung in unseren Fahrzeugen und Stationen. Sie nehmen uns mit, geben einen Einblick in ihre Arbeit und erzählen, wieso wir mit Rücksicht & Respekt einfach besser unterwegs sind.
Zwei Wege, ein gemeinsamer Job
Petra ist seit mehr als 30 Jahren Teil der Wiener Linien und war schon bei der U-Bahn, der Aufsicht und in der alten Leitstelle am Karlsplatz tätig. Seit 2013 ist sie in der Kontrolle und hat dort ihren Platz gefunden: „Den Job liebe ich einfach. Ich gehe wirklich gerne arbeiten.“
Auch ihr Kollege Peter hat einen beruflichen Spurwechsel hinter sich. Früher saß er im Büro eines Reiseveranstalters, seit 15 Jahren ist er nun schon in der Kontrolle unterwegs. „Heute kann ich mir einen reinen Bürojob gar nicht mehr vorstellen, mir würde die Decke über dem Schädel zusammenfallen“, sagt er lachend.
Mehr als Kontrolle: Für ein gutes Miteinander im Einsatz
Wer an unsere Fahrkartenkontrolle denkt, hat oft ein klares Bild im Kopf: Zwei Mitarbeiter*innen steigen ein, kontrollieren Tickets und steigen wieder aus. Die Realität sieht jedoch deutlich vielfältiger aus. Petra und Peter sind täglich in ganz Wien unterwegs, wechseln zwischen Linien, Fahrzeugen und Stationen – und treffen dabei auf tausende Menschen. „Man muss ein gutes Gespür für Situationen haben“, sagt Peter. „Manchmal reicht ein kurzer Hinweis, manchmal braucht es ein längeres Gespräch.“
Was beide an ihrem Job besonders schätzen: Wien in all seinen Facetten zu erleben. „Einmal bist du in Ottakring, einmal im 22. Bezirk, einmal in der Inneren Stadt – wir kommen überall herum“, erzählt Petra. Genau diese Vielfalt macht für sie den Reiz aus.
Die beiden sind als Fixpartner*innen immer gemeinsam im Dienst: „Wenn man jeden Tag acht Stunden miteinander unterwegs ist, muss man sich aufeinander verlassen können“, sagt Petra. „Wir haben die gleiche Arbeitsweise: ruhig, respektvoll, positiv. Das macht vieles einfacher.“
Im Arbeitsalltag begegnen den beiden immer wieder Situationen, in denen die Rücksicht fehlt und Regeln übersehen werden. Genau hier setzt unsere aktuelle Bewusstseins-Kampagne für mehr Rücksicht und Respekt im Öffi-Alltag an. Unter dem augenzwinkernden Motto „Host kan Genierer?! Für dich egal, für andere eine riesige Qual“ erinnern wir daran, dass auch kleine Verhaltensweisen große Auswirkungen haben können.
„Was mich wirklich stört, sind laute Telefonate ohne Kopfhörer oder Füße am Sitz“, erzählt Petra. Aber oft geht es nicht nur Höflichkeit, sondern um Sicherheit. Petra erinnert sich an einen Scooter-Fahrer, der mit hoher Geschwindigkeit über einen vollen Bahnsteig fuhr und sie beinahe niedergefahren hätte. Sie hielt ihn an und erklärte ihm, wie gefährlich dieses Verhalten sein kann. „Am Bahnsteig kann schnell jemand ins Gleis stürzen“, sagt sie. „Da geht es nicht nur um dich – da geht es um alle.“
Wer denkt, Kontrollor*in sei ein Job, den jeder über Nacht machen kann, liegt falsch: Die Grundschule zum Kontrollorgan dauert mehrere Monate. In dieser Zeit lernen die Kontrollor*innen nicht nur das gesamte Netz kennen, sondern auch alle Details unseres Ticketangebots sowie die Hausordnung und Beförderungsbedingungen.
Noch wichtiger als Fachwissen ist jedoch die Haltung. „Ein Grundoptimismus hilft enorm“, meint Peter. Denn nicht immer verlaufen alle Gespräche ruhig. „Das darf man nicht zu nahe an sich ranlassen.“ Petra sieht das ähnlich: „Ich nehme nichts persönlich. An mir prallt das mittlerweile alles ab.“ Dabei ist ihr eines besonders wichtig: Gleichbehandlung. „Es ist mir egal, wer vor mir steht, ob Bauarbeiter*in oder Doktor*in. Jede*r hat sich an unsere Regeln zu halten, damit ein gutes Miteinander in den Öffis gelingen kann."
Peter beobachtet oft, dass vieles aus Unachtsamkeit entsteht. „Viele sind mit dem Kopf irgendwo anders und merken gar nicht, dass sie andere stören.“ Deshalb setzen die beiden auf Kommunikation statt Konfrontation. „Wenn ich nur sage: ‘Ist verboten’, bringt das wenig“, sagt Peter. „Wenn ich erkläre, warum eine Regel wichtig ist, verstehen es die meisten.“ Petra bringt es auf den Punkt: „Wenn jede*r nur ein bisschen mehr Rücksicht nimmt, wäre das Leben generell schöner. Miteinand’ is’ g’scheiter als Gegeneinand’.“
Bei allen Herausforderungen gibt es im Arbeitsalltag der beiden auch viele positive Begegnungen. „Man glaubt gar nicht, wie oft sich die Leute bei uns bedanken“, erzählt Petra. Solche Momente zeigen den beiden, dass Respekt im Öffi-Alltag in beide Richtungen funktionieren kann. „Am Ende wollen wir alle dasselbe“, sagt Peter. „Gemeinsam sicher von A nach B kommen.“ Und genau dafür sind Petra und Peter Tag für Tag im Wiener Öffi-Netz unterwegs.
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