Wiener Linien testen AR-Brille für Wartungsarbeiten


Augmented Reality (AR) soll bei komplexen Arbeitsanleitungen unterstützen

Erster Prototyp im Forschungsprojekt fertig

Augmented Reality kennt man bisher eher von Gaming-Apps. Die Wiener Linien arbeiten seit einigen Monaten daran, die Technologie in Zukunft auch für Wartungsarbeiten nützlich zu machen. Nun ist der erste Prototyp fertig, der schon in den kommenden Monaten für hausinterne Schulungen eingesetzt werden soll.

Günter Steinbauer, Geschäftsführer der Wiener Linien: „Wir sind noch ganz am Anfang der Reise. Augmented Reality birgt für uns wahnsinnig viele unterschiedliche Anwendungsgebiete. Wir sind gerade dabei auszuloten, wohin die Reise gehen soll. Jugendliche wachsen mit diesen Technologien auf. So müssen auch wir Maßnahmen ergreifen, damit wir ein attraktiver Arbeitgeber für zukünftige Talente sind.“

So funktioniert's

Bei Instandhaltungsarbeiten an Fahrzeugen kommt es immer wieder zu Tätigkeiten, die nicht alltäglich sind. Bei solchen Arbeiten müssen die MitarbeiterInnen derzeit diverse Handbücher und Arbeitsanweisungen zur Lösungsfindung durchlesen.

Mit der Brille wird das Objekt fotografiert. Die App erkennt dieses und leitet Schritt für Schritt durch die richtige Montage. Während man die reale Umgebung durch die Kamera sieht, werden im 3D-Modus virtuell Schrauben, benötigte Drehmomente etc. angezeigt und Arbeitsschritte vorgeführt.

Der Vorteil ist, dass MitarbeiterInnen beide Hände für die Arbeit frei haben und sich einen Arbeitsschritt beliebig oft vorab ansehen können. Durch die leichte Anleitung kann außerdem Zeit gespart werden.

In Zukunft ist alles möglich

Die Technologie steht noch ganz am Anfang. Im nächsten Schritt soll ein zweiter Prototyp gebaut werden, in dem erweiterte Anwendungsfälle und zusätzliche Technologien erprobt werden sollen. Zeitgleich erfolgen Abstimmungen mit mehreren Austauschpartnern im Bereich von Augmented Reality.

„Langfristig ist es unser Ziel, Anwendungsfelder dieser vielversprechenden Technologie in der Fahrzeugtechnik zu evaluieren und diese dann dort einzusetzen, wo es sinnvoll und effizient ist – zum Beispiel für Schulungen, Sicherheitseinweisungen, zur Qualitätsüberprüfung, aber auch im Marketing oder Recruiting“, so Andres Kollegger, Leiter der strategischen Planung der Wiener Linien.