Wiens neue U-Bahn: Erster X-Wagen nimmt Form an

Produktion des X-Wagen läuft seit Jahresbeginn in Simmering

lackierter WagenkastenZoom

Sima, Steinbauer und Neumann präsentieren Fertigungsfortschritt

Die Produktion des X-Wagen, des neuen vollautomatischen U-Bahn-Zugs für Wien, schreitet voran.

Öffi-Stadträtin Ulli Sima präsentierte heute gemeinsam mit den Wiener Linien und Siemens den Fertigungsfortschritt im Siemens Werk Simmering. Zu sehen gab es den ersten „lackierten Wagenkasten“ der neuen U-Bahn-Züge, bereit für den Innenausbau.

 

Maximum an Komfort, Sicherheit und Barrierefreiheit für die Fahrgäste

Heute noch im „Rohzustand“, als lackierter Wagenkasten mit Frontmaske, nimmt der erste X-Wagen schon sichtbar seine künftige Form an. Diese ist gekennzeichnet durch:

  • Einen offen gestalteten Innenraum mit großzügigen Einstiegsbereichen. Dadurch können die Fahrgäste bequemer und schneller ein- und aussteigen.
  • Die Sitze bestehen aus hochwertigem Schichtholz, die Anordnung erfolgt in einer Kombination aus den gewohnten Quersitzen mit zusätzlichen Längssitzen an der Außenwand der Züge sowie Klappsitzen.
  • Fahrgäste mit Kinderwägen und Gepäck finden angenehm viel Platz.
  • Bei allen U-Bahn-Türen befinden sich Klapprampen, zusätzliche Rollstuhlplätze in der Mitte des Zuges bieten höchste Barrierefreiheit.

Klima- und Umweltschutz durch attraktives Öffi-Netz

Öffi-Stadträtin Ulli Sima:

Steinbauer, Sima, NeumannZoom

„Der X-Wagen ist eine wichtige Investition in die klimafreundliche Mobilität in Wien. Umweltschutz beginnt dabei bereits in der Fertigungshalle. Die neuen U-Bahn-Züge bestehen zu über 90 Prozent aus wiederverwertbaren Materialien.

Die Leichtbauweise, die moderne LED-Beleuchtung und die besonders energiesparende Heizungs- und Klimaausstattung ermöglichen einen noch niedrigeren Energieverbrauch. Mit der Produktion am Standort Simmering ist der X-Wagen ein ‚waschechter Wiener‘, der Arbeitsplätze in der Region sichert und den Wirtschaftsstandort stärkt.“

 

Wiener Linien-Geschäftsführer Günter Steinbauer:

„Das Linienkreuz U2xU5 ist ein wichtiges Klimaschutzprojekt für Wien. Mit einem dichten, leistungsfähigen und attraktiven Verkehrsnetz können wir schon heute einen Modal Split von 38 Prozent erreichen. Der öffentliche Verkehr wird aber noch deutlich mehr leisten müssen, um Klima- und Umweltschutzziele sicherzustellen. Die Verlagerung des motorisierten Individualverkehrs auf den öffentlichen Verkehr reduziert den Energieeinsatz und den CO2-Ausstoß deutlich. Für dieses Vorhaben brauchen wir ein leistungsstarkes Öffi-Netz und leistungsstarke Fahrzeuge wie den X-Wagen.“

Auch das Bremssystem des X-Wagen überzeugt: Das elektrodynamische Bremssystem ermöglicht eine Energierückspeisung von bis zu 90 Prozent der Bremsenergie in die Stromschiene.

Die Zukunft ist vollautomatisch

Mit dem Bau der neuen U5 wird der X-Wagen Wiens erste vollautomatische U-Bahn-Linie bedienen. Der Zug wurde maßgeschneidert für das Wiener U-Bahn-Netz entwickelt, kann modular mit oder ohne Fahrerkabine ausgestattet und sowohl manuell, halbautomatisch oder vollautomatisch betrieben werden.

Auslieferung des ersten Zugs 2020 – Fahrgastbetrieb voraussichtlich ab 2022

In der Testphase wird der X-Wagen vereinzelt bereits 2021 im U-Bahn-Netz unterwegs sein, wenn auch noch ohne Fahrgäste. Mit Erteilung der Betriebsbewilligung könnte der X-Wagen bereits ab 2022, mit U-Bahn-Fahrer, Fahrgäste auf den Linien U1 bis U4 befördern.

Albrecht Neumann, Leiter Bereich Schienenfahrzeuge bei Siemens Mobility: „Mit dem X-Wagen schreiben wir die erfolgreiche Geschichte der U-Bahnen aus Wien für Wien weiter fort. Mit modernsten Sicherheitsstandards und einem innovativen Fahrgastinformationssystem werden die neuen Züge auf Jahre hinaus Maßstäbe bei Komfort und Nachhaltigkeit setzen.“

Weltweit erster Einsatz für innovative Fahrgastinformation Plus

Beim X-Wagen kommt weltweit erstmals das innovative Fahrgastinformationssystem Plus zum Einsatz. Digitale Informations-Displays oberhalb jeder Tür bieten den Passagieren bereits vor Ankunft in der Station eine positionsabhängige Wegeleitung der nächsten Station inklusive aktueller Anschlussverbindungen. Damit wissen die Fahrgäste schon vor der Station, in welche Richtung sie nach ihrer Ankunft weitergehen müssen. Das bietet den Fahrgästen mehr Reisekomfort und optimiert den Fahrgastfluss.

Vollautomatischer Betrieb und Bahnsteigtüren machen U-Bahn sicherer und zuverlässiger

Wo heute noch die U2 fährt, wird künftig die türkise U5 fahren, Wiens erste vollautomatische U-Bahn-Linie. Dafür müssen die bestehenden Stationen Karlsplatz bis Rathaus umgerüstet und mit Bahnsteigtüren ausgestattet werden, die U5-Station Frankhplatz wird neu gebaut.

Der vollautomatische Betrieb, der in Städten wie Paris und Barcelona bereits bestens erprobt ist, macht die U-Bahn noch sicherer und zuverlässiger. Die Bahnsteigtüren öffnen sich erst, sobald der Zug in der Station steht.

Der X-Wagen auf einen Blick:

  • Beauftragung Siemens: Herbst 2017 durch Wiener Linien
  • Bestellte Fahrzeuge: 34 Züge (Option auf 11 weitere Züge)
  • Weiters im Vertrag: Instandhaltung der Fahrzeuge durch Siemens
  • Beginn der Lieferung: Zweite Jahreshälfte 2020
  • Betriebsbewilligung: Voraussichtlich 2022
  • Lieferung abgeschlossen: 2030
  • Länge, Breite und Bauweise: 111 Meter; 2,85 Meter, sechsteilig, Leichtbauweise
  • Kapazität: 928 Fahrgäste
  • Rollstuhlplätze: 6 Plätze, davon 2 Zugmitte (bisher 4 an Zugenden)
 

Publiziert am: 22.08.2019