"Grüne" Wartehäuschen gegen Hitze in der Stadt


Pilotprojekt: Kletterpflanzen bilden "coole" Dächer an Haltestellen

Öffi-Stadträtin Ulli Sima und Wiener-Linien-Geschäftsführer Günter Steinbauer mit Franz Solta (Gewista) und Joachim Chen (Stadtgärtnerei)Zoom

Im Kampf gegen Hitzeinseln in der Stadt werden jetzt Öffi-Haltestellen zu kühlenden Grünoasen. Im Rahmen eines Pilotprojekts werden Wartehäuschen mit Kletterpflanzen begrünt. Das hat viele Vorteile: Die Häuschen werden beschattet und dadurch gekühlt, zusätzlich bieten sie Lebensraum für Insekten.

Öffi-Stadträtin Ulli Sima: „Die Wiener Stadtgärtner waren hier erneut innovativ. Gemeinsam mit den Wiener Linien und Gewista haben sie ein System entwickelt und umgesetzt, das mit schnellwüchsigen Pflanzen ein dichtes Blätterdach bildet. Damit wird das Wartehäuschen beschattet und die Umgebungstemperatur gesenkt. Zudem ist die Begrünung eine optische Aufwertung für die Umgebung.“

 

Fünf Meter lange „Mauerkatzen“ bilden kühles Gründach

Die Kletterpflanzen bilden ein grünes Dach über dem Wartehäuschen.Zoom

Neben oder hinter Haltestellen-Wartehäuschen werden große Pflanztröge aufgestellt, in denen schnell wachsende „Mauerkatzen“ gepflanzt werden. Ihre Blätter bilden schon nach kurzer Zeit ein dichtes, rund fünf Meter hohes grünes "Dach".

Die ersten fünf begrünten Wartehäuschen finden sich bei den Haltestellen Universitätsring/Stadiongasse (Linien 1, 71, D), Salztorbrücke (Linie 1), Julius-Raab-Platz (Linie 1), Weihburggasse (Linie 2) und vor der U2 Station Krieau (82 A, Vorgartenstraße).

Die Pflanztröge werden von der MA 42 begrünt und gepflegt.

 

Ideen-Challenge: Neue Begrünungsprojekte für Wartehäuschen gesucht

Bei Neubauten von Wartehäuschen soll die Begrünung künftig bereits in die Planung einfließen. Dafür haben die Wiener Linien gemeinsam mit der innovationsfördernden öffentlichen Beschaffung (IÖB) eine Ideen-Challenge ins Leben gerufen.

Bis 10. Oktober 2019 können die Ideen unter http://innovationspartnerschaft.at/challenges eingereicht werden.

Greener Linien: Öffis tragen zum Klimaschutz bei

Wiener-Linien-Geschäftsführer Günter Steinbauer: „Wir wollen innovativen ArchitektInnen, GärtnerInnen und anderen Unternehmen die Möglichkeit geben, ihre Ideen einzubringen und sind schon gespannt, welche kreativen Konzepte am Markt sind. Nächstes Jahr wird es für das beste Konzept eine Ausschreibung geben.“

Die Öffis noch klimaschonender zu machen, steht derzeit klar im Fokus. Unter anderem analysiert die Boku gerade den Ist-Bestand von Insekten- und Pflanzenarten auf Grünflächen, um in Zukunft Maßnahmen für den Erhalt der Biodiversität auf Öffi-Flächen auszuweiten.

Maßnahmenpaket "cooles Wien": Kampf gegen Hitzeinseln in der Stadt

Durch den Klimawandel entstehen in der Stadt immer mehr Hitzeinseln. Die Stadt Wien setzt viele Maßnahmen, um dagegen anzugehen. So gibt es deutlich mehr Budget für den Ausbau von Grünflächen und für Fassaden-, Dach- und Innenbegrünungen sowie ein großzügiges Sonderbudget für großflächige Baumpflanzungen.