Unser Winterdienst

  

  

Der Winter kann kommen: Wir sind bereit.

Die Wiener Linien bereiten sich jedes Jahr sehr gründlich darauf vor, auch in der kalten Jahreszeit – namentlich bei Glatteis und Schneefall – einen möglichst ungestörten Betrieb aller Linien zu gewährleisten. Verantwortlich dafür ist unser Winterdienst.

Nach dem Winter ist vor dem Winter

Unsere Vorbereitungen für den nächsten Winter laufen eigentlich das ganze Jahr über. Schon am Ende der abgelaufenen Wintersaison, also im April, säubern und warten wir alle Maschinen und Geräte, die im Winter im Einsatz waren, damit sie für die nächste Saison bereit sind.

Lange bevor es dann wieder kalt wird – wenn viele WienerInnen noch zu einem spätsommerlichen Bad in die Alte Donau springen – prüft unser Winterdienst dann schon wieder alle Geräte und Maschinen auf Herz und Nieren, damit in der kalten Jahreszeit alles bereit ist. Auch das Material für den Winterdienst wird schon jetzt bereitgestellt; so werden etwa alle Depots und Streuwagen vorsorglich mit Splitt gefüllt.

Außerdem betreiben die Wiener Linien vier Soleaufbereitungsanlagen, in denen wir die Salzlösung herstellen, die wir zum Abtauen von Schnee verwenden. In großen Tanks wird das Gemisch aus Wasser und Salz hergestellt, mit denen wir unsere Haltestellen von Eis und Schnee befreien.

Wenn es dann wirklich kalt wird und mehrere Tage lang Minusgrade herrschen, werden die Weichenheizungen eingeschaltet. Sie sollen verhindern, dass die Weichenzunge festfriert; in dem Fall würde die Weiche nicht mehr funktionieren.

Film: Unsere Vorbereitungen auf den Winter

In unserem Zeitrafferfilm können Sie sich ein Bild davon machen, wie wir uns auf den Winter vorbereiten. Während es noch sommerlich warm ist, rüsten wir bereits einen Rasenmäher-Traktor zum Schneepflug um. Als nächstes montieren wir einen Schneepflug auf ein Schienenfahrzeug, füllen Salz in eine Soleaufbereitungsanlage und Sand in einen Sandstreuwagen. Abschließend sehen Sie noch die Montage eines Schneepflugs auf einen LKW.


Der Winterdienst der Wiener Linien in Zahlen

  • Über 200 MitarbeiterInnen
  • Über 5.000 betreute Haltestellen: über 1.000 Straßenbahn, über 4.000 Bus, 109 U-Bahn
  • Über 1.600 betreute Weichen: rund 1.100 Straßenbahn, über 570 U-Bahn
  • 1.000 Weichenheizungen
  • 41 Schneepflüge für Schienenräumung
  • 13 LKW mit Schneepflug & Streugerät
  • Rund 30 Spezialfahrzeuge für Haltestellenräumung (z.B. Kehrmaschinen, Kleintraktoren)
  • Streumittelverbrauch: rund 80 Tonnen Splitt, rund 150 Tonnen Salz pro Winter

Wir betreuen Schienenstraßen und Haltestellen

Meistens beginnt der Winter in Wien in den höher gelegenen Bezirken im Nordwesten der Stadt. An diesen exponierten Stellen kommt es zuerst zu Glatteisbildung und/oder Schneefall. Für unseren Winterdienst heißt das "Einsatz".

Unser Winterdienst betreut Schienenstraßen und Haltestellen der Wiener Linien. Das heißt: Wir streuen und räumen Gleiskörper, auf denen Straßenbahnen und Busse unterwegs sind. Für das Räumen von Straßen ist die MA 48 zuständig; hier kommt unser Winterdienst unterstützend zum Einsatz, damit unsere Busse störungsfrei unterwegs sein können.

Insgesamt stehen über 80 Fahrzeuge und über 200 MitarbeiterInnen der Wiener Linien bereit.

Witterung bestimmt die Einsatzstufe

Fünf Monate lang – von 1. November bis 31. März – ist unser Winterdienst aktiv. Je nach der erwarteten Witterung (Glätte, Eis, Schneefall) legen unsere Schneediensthabenden die Einsatzstufe fest: von Rufbereitschaft bis Einsatz. Davon hängt ab, wie viele Mitarbeiter ausrücken und welche Tätigkeiten nötig sind. Die Wiener Linien arbeiten eng mit der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) zusammen, die regelmäßig Prognosen für uns erstellt.

Wir streuen und räumen Haltestellen und Schienenstraßen

Für die Einsatzstufe spielen Witterung und Bodentemperatur eine entscheidende Rolle. Bei zu erwartender Glätte (mit oder ohne Schneefall) rückt unser Winterdienst zum Streuen aus. Wir streuen Haltestellen und busbefahrene Gleisbereiche, die nicht vom Individualverkehr befahren werden. 

Bei Schneefall rückt unser Winterdienst aus, um Haltestellen vom Schnee zu befreien. Dafür kommen über 40 LKW, Kehrmaschinen und Traktoren mit Schneepflügen und Streugeräten zum Einsatz.

Schienenstraßen müssen ab einer Schneehöhe von ca. 5 cm geräumt werden. Dafür stehen über 40 Schienenpflüge zur Verfügung. Übrigens: In den meisten Fällen werden unsere Bims nicht vom Schnee blockiert, sondern von Autos, die mangels passender Winterausrüstung im Schnee hängenbleiben und so für Verspätung bei den Öffis sorgen.

Besonders wichtig für den Betrieb unserer Straßenbahnen sind funktionstüchtige Weichen. Spezielle Weichenheizungen erwärmen sie, um zu verhindern, dass sie zufrieren oder durch angepressten Schnee blockiert werden. Die Heizung schafft allerdings nur eine gewisse Auftauleistung; wenn dies nicht reicht, reinigen Weichenbetreuer diese Weichen händisch.

Unsere Streu- und Auftaumittel

Um Haltestellen und Schienenstraßen von Schnee und Eis zu befreien, verwenden die Wiener Linien hauptsächlich eine Mischung aus Sole und Streusplitt. Die Sole (eine schwache Salzlösung) hat abtauende Wirkung, der Splitt gibt Haftung. Durch die Mischung mit der Flüssigkeit wird die Feinstaubbelastung des Splitt reduziert. Mehr dazu lesen Sie unter "Umwelt".

Film: Räumeinsatz auf Schienen

Hier sehen Sie einen LH beim Einsatz. Der Schnee wird seitlich weggeschoben. Nähert er sich jedoch einer Haltestelle, wird die "Auswurfsperre" aktiviert, dh. der Seitenteil der Pflugschaufel wird heruntergeklappt. Das verhindert, dass der Schnee in die Haltestelle geschoben wird und die Fahrgäste beschmutzt oder behindert. Nach der Haltestelle kommt die Sperre wieder nach oben und der Schnee wird wieder seitlich weggeschoben.

Außerdem im Bild: Einer unserer Weichenposten. Sie sorgen dafür, dass unsere Weichen auch an sehr exponierten Stellen reibungslos funktionieren. Wird die Weiche von Schnee, Eis oder Streusplitt verstopft, putzt der Weichenposten sie händisch oder stellt sie manuell, damit die Straßenbahn ohne Verzögerung fahren kann.

Wir schauen auf die Umwelt, auch im Winter!

Die Wiener Linien achten sehr genau darauf, die Umwelt durch Wintermaßnahmen so wenig wie möglich zu belasten. So versuchen wir, die Verwendung von Salz und Splitt so weit als möglich zu vermeiden, und investieren in schonende Streu- und Auftaumittel.

Wenn wir Splitt verwenden müssen (wie an unseren Haltestellen, damit die Fahrgäste gefahrlos ein-/aussteigen können), vermischen wir ihn mit Sole (einer schwachen Salzlösung), um die Feinstaubbelastung zu reduzieren. Wann immer möglich, verzichten wir ganz auf Splitt.

Unsere Sole stellen wir übrigens selbst her: Die Wiener Linien betreiben vier Soleaufbereitungsanlagen, aus denen wir unsere Tankwagen und Fahrzeuge befüllen.

Für die Bäume im Bereich der Ring-Haltestellen strengen wir uns besonders an: Um sie zu schützen, verwenden wir Kaliumcarbonat, das wesentlich schonender (und deutlich teurer) ist als andere Auftaumittel, allerdings auch eine schwächere Auftauwirkung besitzt. Zusätzlich wird der Boden rund um die Bäume mit einem speziellen Vlies abgedeckt, das das Einsickern von Auftaumitteln verhindern soll.

Haben Sie's gewusst?

AnrainerInnen sind verpflichtet, Gehsteige und Haltestellen zu räumen

Immer wieder kommt es zu Missverständnissen, wer für das Räumen von Haltestellen zuständig ist. Grundsätzlich gilt: Der Eigentümer einer Liegenschaft ist verpflichtet, die Gehsteige zu räumen, die an sein Haus oder Grundstück angrenzen. Das gilt auch für Haltestellen öffentlicher Verkehrsmittel, die sich darauf befinden. Die Regelung im Überblick:

  • Von 6 bis 22 Uhr müssen LiegenschaftseigentümerInnen den Fahrgästen das sichere Ein- und Aussteigen bei Straßenbahn, Bus und U-Bahn ermöglichen.
  • Gehsteige und Haltestellenbereiche müssen rechtzeitig von den HausbesitzerInnen, Hauswarten oder den beauftragten Schneeräumfirmen betreut werden.
  • Nur außerhalb dieser Zeit sind die Wiener Linien dafür verantwortlich.

Mehr Information finden Sie auf den Seiten der MA 48:
Infos rund um den Winterdienst 
Gesetzliche Grundlagen der Straßenreinigung