U-Bahn-Bau

Eine neue U-Bahn entsteht

Von geologischen Grundvoraussetzungen über bereits bestehende Keller und Kanalsysteme bis hin zu archäologischen Funden: Bevor mit dem Bau einer neuen U-Bahn begonnen werden kann, gibt es viele Dinge zu berücksichtigen. Schon während der generellen Planung werden deshalb erste Probebohrungen entlang der geplanten U-Bahn-Trasse durchgeführt. Der Untergrund wird genau untersucht und die geologischen Bedingungen und das Grundwasservorkommen dokumentiert. Denn Baugrunduntersuchungen sind eine wesentliche Grundlage für die Wahl der richtigen Tiefenlage der U-Bahn-Trasse und der richtigen Bauweise. Mit einer einzigen Technik ist es dabei nicht getan: Je nach Untergrund und Linienführung werden drei verschiedene Methoden des Tiefbaus angewandt.

offene BauweiseZoom

Die offene Bauweise

Bei der offenen Bauweise treibt ein Bagger Schlitze oder Pfähle in den Boden, die mit Beton ausgegossen werden. Diese bilden die Seitenwände des U-Bahn-Tunnels. Darüber wird ein „Deckel“ gelegt und danach die Fahrbahn wiederhergestellt. Nur wenige Zugänge bleiben frei, um das Erdreich abzutransportieren und Baumaterial einzubringen.

 
Neue Österreichische TunnelbauweiseZoom

Die Neue Österreichische Tunnelbauweise

Die Neue Österreichische Tunnelbauweise (NÖT) ist eine sogenannte bergmännische Methode, bei der die Eigentragkraft des Untergrunds genutzt wird. Zunächst wird der Boden durch Brunnen entwässert oder das Grundwasser durch Vereisung eingefroren und mit so genannten Stahldielen oder Spießen gesichert. Dann wird Meter für Meter Bodenmaterial herausgebaggert und der Tunnel befestigt, indem Spritzbeton auf Stahlbögen und Baustahlgitter aufgebracht wird.

 
Vortrieb mit dem „Maulwurf“Zoom

Vortrieb mit dem „Maulwurf“

Die Tunnelbohrmaschine ist rund 50 Meter lang, 6,5 Meter hoch und wird liebevoll auch „Maulwurf“ genannt. Sie gräbt sich langsam durch den Boden und führt alle notwendigen Einrichtungen mit sich. Der wichtigste Teil ist der Bohrkopf. Dahinter befinden sich die Hilfseinrichtungen für die weiteren Arbeitsschritte: vom Abtransport des Abbruchmaterials bis zur Sicherung und zum Ausbau der Röhre. Zwar muss die Tunnelbohrmaschine irgendwo unter die Erde, danach bewegt sie sich aber fast unbemerkt durch den Untergrund und legt pro Tag rund 12 Meter zurück.

 

 

Ansprechpartner für AnrainerInnen

Wenn vor der U-Bahn zuerst die Bagger vorfahren, ist es wichtig zu wissen, wohin man sich bei Fragen wenden kann. Ombudsleute nehmen die Sorgen der AnrainerInnen ernst. Ihre Aufgabe ist es, rund um den U-Bahn-Bau Antworten zu liefern, Probleme zu lösen und Perspektiven zu bieten. Je Bauabschnitt ist eine Person für die Anliegen und Sorgen der AnrainerInnen zuständig.

U2-Streckentunnel
bis Neustiftgasse (Tunnelvortriebsmaschine)
Ing. Martin Dunst martin.dunst@wienerlinien.at 01/ 7909 - 67411
Station Matzleinsdorfer Platz Ing. Martin Kronberger martin.kronberger@wienerlinien.at 01/ 7909 - 67712
Station Reinprechtsdorfer Straße DI Christian Wagner christian.wagner@wienerlinien.at 01/ 7909 - 67510
Station Pilgramgasse DI Martin Jatzko martin.jatzko@wienerlinien.at 01/ 7909 - 67801
Station Neubaugasse Ing. Roland Schmalzhofer roland.schmalzhofer@wienerlinien.at 01/ 7909 - 67612
Station Rathaus Ing. Gerhard Polster gerhard.polster@wienerlinien.at 01/ 7909 - 67701
"Umbau Stammstrecke" DI Eva-Maria Weiss eva-maria.weiss@wienerlinien.at 01/ 7909 - 67511
"Frankhplatz" Ing. Hubert Sebera hubert.sebera@wienerlinien.at 01/ 7909 - 67901

 

Warum sind Probebohrungen bereits in der Planungsphase notwendig?
Baugrunduntersuchungen sind eine wesentliche Grundlage für die Wahl der richtigen Bauweise und der richtigen Tiefenlage der U-Bahn-Trasse. Schon während der Generellen Planung wurden deshalb durch die MA29 erste Probebohrungen entlang der geplanten U-Bahn-Trasse durchgeführt. Der Untergrund  wurde genau untersucht und die geologischen Bedingungen und das Grundwasservorkommen dokumentiert.

Baubeginn ist frühestens Ende 2018: Warum passiert trotzdem schon in einigen Kellern etwas?
Im näheren Umfeld der Trasse fanden aktuell Fundamentuntersuchungen und Kellerbegehungen statt. Dadurch ist sichergestellt, dass die U-Bahn-Röhre ausreichend Abstand hält und erforderliche Hilfsmaßnahmen und Fundamentverbesserungen rechtzeitig vor Baubeginn durchgeführt werden.

Welche Baumethoden kommen beim Linienkreuz U2/U5 zum Einsatz?
Mit einer einzigen Technik ist es nicht getan. Beim Linienkreuz U2/U5 bauen wir in dicht bebautem Gebiet, deshalb wird Großteils eine sogenannten Tunnelbohrmaschine zum Einsatz kommen.  Die offene Bauweise werden wir in den Stationsbereichen anwenden, aber auch da sind wir natürlich bemüht, die Auswirkungen und Einschränkungen für Anrainerinnen und Anrainer so gering wie möglich zu halten.

Was passiert, wenn durch die Bauarbeiten irgendwelche Schäden entstehen?
Aufgrund der sorgfältigen Vorarbeiten ist damit grundsätzlich nicht zu rechnen. Es werden aber trotzdem vor Baubeginn Hauszustandsfeststellungen durchgeführt. Dabei wird der Zustand des Hauses und aller Wohnungen von autorisierten ZivilingenieurInnen schriftlich und fotografisch sorgfältig aufgenommen. Eventuell später auftretende Schäden können so eindeutig zugeordnet und behoben werden. Hier bauen wir auch auf eine gute Kooperation mit den EigentümerInnen und AnrainerInnen.

Wohin kann ich mich bei Fragen wenden?
Je Bauabschnitt einen Ombudsmann bzw. eine Ombudsfrau, der/die  für die Anliegen und Fragen der AnrainerInnen zur Verfügung steht.