Geschichte

Von der ersten Pferdetramway 1865 bis zum autonomen Bus der Gegenwart: Die Geschichte der Wiener Linien ist ein Gradmesser für die Entwicklung der Stadt.
  

1865: Erste Pferdetramway zwischen Schottentor und Hernals

1867/68: Weitere Pferdetrams durch die „Wiener Tramwaygesellschaft“Zoom

Am 4. Oktober nahm die „Erste private Kaiser-Franz-Joseph-Pferde-Eisenbahn“ ihren Betrieb auf. Sie gab den Startschuss für den öffentlichen Verkehr in Wien.

Ein Jahr später verlängerte man die Strecke bis Dornbach. Heute verkehrt auf der fast identen Strecke die Bim-Linie 43.

Im November 1867 schlossen sich sämtliche Unternehmungen zu einer Tramway-Aktiengesellschaft zusammen.

Am 29. April 1868 beschloss man grundlegende Regelungen, wie die generelle Doppelgleisigkeit, eine Betriebszeit zwischen sechs und 23 Uhr, zehn Kreuzer als maximalen Fahrpreis und fixe Abgaben an die Gemeinde Wien und an den Armenfond.

Außerdem wurden fixe Haltestellen eingeführt, um die Reisezeit zu verringern.

 

1872: Gründung der „Neuen Wiener Tramwaygesellschaft“

Die „NWT“ machte es sich zur Aufgabe, das bereits bestehende Pferdetramnetz zu ergänzen. Das Konkurrenzunternehmen versorgte hauptsächlich die Vororte jenseits des Linienwalls, des heutigen Gürtels. Am heutigen Betriebsbahnhof der Wiener Linien am Währinger Gürtel befand sich schon damals das Wagenquartier.

1874: Einführung der Farbscheibensignale zur Linienkennzeichnung

Ab sofort hatten alle Wagen der Wiener Tramwaygesellschaft an der Vorderseite das Symbol der Endstation und an der Rückseite das Zeichen, woher der Wagen kam. Die Neue Wiener Tramwaygesellschaft führte solche Bezeichnungen erst vier Jahre später ein.

1883: Mit Dampf unterwegs

Für Ausflüge innerhalb Wiens war ab dem 27. Oktober 1883 von Hietzing bis Perchtoldsdorf die erste Dampftramway-Linie unterwegs. Die erste Strecke war ca. 10 Kilometer lang, führte von Hietzing über Lainz, Mauer und Rodaun nach Perchtoldsdorf und wurde als „Südliche Linie“ bezeichnet.

1894: Erste Stadtbahn-Pläne entstehen

Der K. u. k. Handelsminister forderte für die geplante Stadtbahn einen künstlerischen Beirat. Die Genossenschaft der bildenden Künstler Wiens berief Otto Wagner für die architektonische Ausgestaltung der Stationen und Brücken der Stadtbahn. Das Ziel war ein einheitliches Design.

1897: Die Zukunft ist elektrisch

In Wien feierte die elektrische Straßenbahn am 28. Jänner 1897 ihre Premiere. Auf der nahezu identischen Strecke fährt noch heute die Linie 5. Unter dem Namen „Nördliche Transversallinie“ ging es vom Praterstern zur Wallgasse unweit des Raimundtheaters. Die maximale Reisegeschwindigkeit von 15 km/h sorgte für ein schnelleres Ankommen als mit der Pferdetramway.

1898: Die Stadtbahn sorgt für schnelle Anbindung

Ab dem 9. Mai 1898 fuhren die ersten Dampfzüge der Stadtbahn von Heiligenstadt durch die Außenbezirke nach Penzing und von Heiligenstadt über Meidling, Hauptstraße nach Hütteldorf. Jahrzehnte später bildeten sie die Grundlage für den Bau der heutigen S45, U4 und U6.

Zur feierlichen Eröffnung sagte Kaiser Franz Joseph: „Durch das einträchtige Zusammenwirken der autonomen Curien und des Staates geschaffen, wird dieser Bahnbau – wie ich zuversichtlich hoffe – der Bevölkerung mannigfaltige Vortheile bringen und die mir am Herzen liegende gedeihliche Entwicklung Wiens wirksam fördern.“

1899: Die Bim wird elektrifiziert

Am 24. März 1899 erteilte das Handelsministerium der Gemeinde Wien die „Konzession für ein normalspuriges Kleinbahnnetz mit elektrischem Betrieb" für 90 Jahre. In den nächsten drei Jahren wurden 150 Kilometer Straßenbahnnetz elektrifiziert und 33 Kilometer elektrische Strecken neu errichtet.

1907: Die Straßenbahnen bekommen einheitliche KennzeichnungenZoom

1899-1901: Das Netz wird größer

Als nächstes kam die Stadtbahn-Verbindung von Meidling zum Hauptzollamt, der heutigen U-Bahn-Station Landstraße, dazu.

Komplettiert wurde das Streckennetz 1901 mit Verbindungen zwischen Hauptzollamt und Heiligenstadt bzw. Nußdorfer Straße und Friedensbrücke (damals noch Brigittabrücke).

Der Qualm der Dampflokomotive machte das Fahren mit der Stadtbahn nicht besonders angenehm.

1903: Übernahme der meisten Straßenbahnlinien durch die Gemeinde Wien

Die „Bau- und Betriebsgesellschaft für städtische Straßenbahnen in Wien“ und die kleinere „Neue Wiener Tramwaygesellschaft“ übergaben ihr insgesamt 163 Kilometer langes Streckennetz an die „Gemeinde Wien – städtische Straßenbahnen“. Zudem wechselten über 1.800 Fahrzeuge den Besitzer.

1903: Pfiat di, Pferdetram

Das Zeitalter der Pferdetram endete am 26. Juni 1903. Die letzte Route führte durch die Sechsschimmelgasse und die Liechtensteinstraße zum Liechtenwerder Platz.

1907: Die Straßenbahnen bekommen einheitliche Kennzeichnungen

Drei Linientypen wurden eingeführt. Rundlinien erhielten die Nummern 1 bis 20 und umfuhren die Stadt abschnittsweise kreisförmig in verschiedenen Radien. Die Linien 21 bis 81 fuhren als Radiallinien stadteinwärts und stadtauswärts. Mischtypen wurden mit Buchstaben bezeichnet und fuhren nach dem Eintreffen im Stadtzentrum noch Teile des Rings ab. Solche sogenannten Durchgangslinien, die nicht den Ring, sondern die 2er-Linie über die einstige Lastenstraße benutzten, bekamen noch die Ziffer 2 als Index dazu.

1907: Ende der letzten privaten Straßenbahn-Linien

Um 4,7 Millionen Kronen gingen die Strecken, Wägen und Lokomotiven der „Dampftramway-Gesellschaft, vormals Krauß & Co.“ in den Besitz der Gemeinde Wien über. Schon bald setzte die Elektrifizierung ein, sodass bereits im Jahr 1908 elektrisch bis nach Lainz gefahren werden konnte.

1922: Ausgedampft

Die letzte Dampftramwaystrecke von Kagran über Hirschstetten, Aspern und Eßling bis nach Großenzersdorf wurde von der Elektrifizierung erfasst und umgebaut. Somit war die Straßenbahn seit 1922 völlig abgasfrei unterwegs.

1925: Elektrische Stadtbahn im Fahrgastbetrieb

Im Frühjahr 1925 ging die elektrische Stadtbahn in Betrieb. Bis Oktober war das Netz über 26 Kilometer lang und umfasste sechs Bahnhöfe, einen Betriebsbahnhof und 19 Haltestellen. Die einzelnen Linien wurden mit Buchstabenkombinationen benannt: „W“ stand für die Wientallinie zwischen Hütteldorf und Hauptzollamt, „G“ für die Gürtellinie zwischen Meidling Hauptstraße und Heiligenstadt und „D“ für die Donaukanallinie zwischen Hauptzollamt und Heiligenstadt.

1935: Mit öffentlichen Bussen auf die Höhenstraße

Die längste Straße Wiens befahren Busse seit dem 17. Oktober 1935. Zuvor gab es die Zahnradbahn, die zwischen 1874 und 1922 vom Beethovengang zur Stephaniewarte am Kahlenberg führte. Kurz nachdem das erste Teilstück der Höhenstraße zwischen Cobenzl und Kahlenberg eröffnet wurde, eroberten Busse von Grinzing aus die Höhenstraße.

1945: Der Krieg hinterlässt seine Spuren

Aufgrund der kriegsbedingten Zerstörung ging ab dem 7. April nichts mehr. Die Linie O, als letzte noch in Betrieb, wurde eingestellt. Rund 60 Prozent des Fuhrparks waren zerstört und 12 der 19 Betriebsbahnhöfe stark beschädigt. Drei Wochen nach der Befreiung Wiens konnten fünf Bim-Linien zumindest teilweise wieder in Betrieb gehen.

 

 

1949: Geburtsstunde der Wiener Stadtwerke

Nach dem 2. Weltkrieg wiesen große Teile der Stadt starke Kriegsschäden auf. Auch die Versorgungsnetzwerke waren beschädigt und viele Schienen zerstört. Um beim Wiederaufbau wirtschaftlicher zu arbeiten, wurden Elektrizitätswerke, Gaswerke und Verkehrsbetriebe zusammengefasst und trugen ab dem 1. Januar 1949 den Namen Wiener Stadtwerke. Ende des Jahres war das Wiener Straßenbahnnetz wieder hergestellt.

1959: Bim in den Untergrund als erster Bote der U-Bahn

Beim Südtiroler Platz entstand die erste größere Unterführung einer Straßenbahn. Im Jahr 1969 kamen mehrere Stationen bis zur Eichenstraße und eine Abzweigung über die Kliebergasse hinzu, 1966 auch die Unterpflasterstraßenbahn, kurz USTRAB, auf der 2er Linie.

1961: Die 13er-Bim wird zum 13A

1961: Die 13er-Bim wird zum 13AZoom

Ein großes Fest feierten die WienerInnen am 1. Juli 1961 zum Abschied der Straßenbahnlinie 13: Sie wurde ab diesem Zeitpunkt durch den Bus 13A ersetzt, der bei Beeinträchtigungen besser ausweichen konnte.

Bis 1990 waren Doppeldecker-Busse auf der Linie unterwegs, heute sind es Gelenkbusse.

 

1964: Inbetriebnahme des ersten schaffnerlosen Straßenbahnwagens

Großer Personalmangel war der Grund, dass seit dem 1. Dezember 1964 schaffnerlose Beiwagen auf den Straßenbahnschienen unterwegs waren. Davor war jeder Wagen mit einem Schaffner besetzt. Die neu eingesetzten Wägen waren mit Druckknöpfen als Türöffner und einem automatischen Schließsystem ausgestattet.

1966: Empfehlung für einen U-Bahn-Bau

Am 17. November empfahl die Stadtplanungskommission der Gemeinde Wien den Bau der Wiener U-Bahn. Die Begründung dafür lautete wortwörtlich: „Die Richtigkeit, den öffentlichen Verkehr als Hauptverkehrsträger auszubauen, ist rechnerisch nachgewiesen worden. Die Hauptlast des öffentlichen Verkehrs wird ein U-Bahn-Netz zu tragen haben.“

1967: Ganz Wien mit einem Ticket

Endlich konnten Fahrgäste in jedes öffentliche Verkehrsmittel auf Wiener Stadtgebiet einsteigen, wenn sie ein Ticket der Wiener Linien dabei hatten. Private Autobusunternehmen und die Schnellbahn der ÖBB wurden in die Tarifgemeinschaft integriert. Besondere Freude löste das bei BewohnerInnen am Stadtrand aus, die zuvor mehrere Fahrkarten lösen mussten.

1967: Der E1 fährt erstmals durch Wien

Erste Straßenbahnen des Typs E1 waren seit dem 30. Jänner 1967 unterwegs. Zu Beginn waren in den Garnituren noch Schaffnersitze eingebaut. Diese kamen in den 80ern und 90ern wieder raus. Einige Wagen gingen später ins Ausland, wo sie auch heute noch zu sehen sind.

1968/1969: Baustart für die U-Bahn

Die einen sahen viele Vorteile, die anderen wollten keine U-Bahn. Doch die BefürworterInnen waren in der Mehrheit. Los ging der U-Bahn-Bau am Karlsplatz, weitere Baustellen folgten schnell.

1970: Erste Straßenbahnfahrerin im Einsatz

Nach der Aufhebung eines Gesetzes, das Frauen im Führerstand einer Straßenbahn verbot, konnten erstmals Fahrerinnen eine Bim steuern. Seither steigt die Frauenquote bei den Wiener Linien ständig an.

1974: Die Hauptwerkstätte Simmering eröffnet

Am 29. Mai 1974 eröffnete die neue Hauptwerkstätte am Simmeringer Stadtrand auf einem 264.000 Quadratmeter großen Areal. Der Strukturwandel im öffentlichen Verkehr und die Entwicklung neuer Fahrzeuggenerationen machten die Errichtung dieser Anlage notwendig. Alle erforderlichen Services und Reparaturarbeiten konnten ab diesem Zeitpunkt „unter einem Dach“ durchgeführt werden.

1974: Einheitliche Linienbezeichnungen für die Autobusse

Ab dem 29. Juni 1974 erhielten alle Buslinien eine einheitliche Bezeichnung durch einen Buchstabenindex. „A“ bedeutete, dass der Bus direkt von den Wiener Linien betrieben wird, „B“-Busse kamen von Fremdfirmen, fahren aber in der gleichen Tarifgemeinschaft. Sonderbusse mit einem „S“ hatten eigene Tarife, so auch die Linie auf den Kahlenberg.

1976: Probebetrieb für die U-Bahn

Der 8. Mai 1976 war ein historischer Tag in der Geschichte Wiens, denn erstmals fuhr eine U-Bahn durch die Stadt. Auf eine Länge von 2,5 Kilometern und ohne Zwischenhalt ging es mit dem Silberpfeil von Heiligenstadt bis zur Friedensbrücke. Die Station Spittelau eröffnet erst 19 Jahre später.

1976: Einsturz der Reichsbrücke

Am 1. August 1976 stürzte ein Linienbus mit der Reichsbrücke in die Donau. Er wurde geborgen und war danach weiter im Einsatz.Zoom

Der "Bus aus dem Fluss": Am 1. August 1976 landete ein Linienbus in der Donau.Als die Reichsbrücke in den frühen Morgenstunden einstürzte, fielen mehrere Fahrzeuge in die Donau. Ein Autofahrer kam dabei ums Leben.

Der Neubau der Reichsbrücke sorgte in den Folgejahren dafür, dass die U1 schon viel früher über die Donau fahren konnte, als ursprünglich geplant.

 

1978: Erste U-Bahn-Abschnitte eröffnet

Am 25. Februar 1978 fuhr die U1 erstmals vom Karlsplatz zum Reumannplatz, im November war auch der Stephansplatz mit der U-Bahn erreichbar. Im gleichen Jahr ging die U4 zwischen Heiligenstadt und Karlsplatz in Betrieb.

Gleichzeitig mit den ersten U-Bahn-Strecken wurde am, bis heute, größte U-Bahn-Knoten Wiens, am Karlsplatz, die U-Bahn-Leitstelle eröffnet. Diese lag unter der Erde und diente zur Steuerung und Überwachung des U-Bahn-Verkehrs. Heute ist die neue Leitstelle in Erdberg beheimatet.

1982: Fertigstellung des U-Bahn-Grundnetzes

Das Grundnetz umfasste die U1 zwischen Reumannplatz und Kagran, die U2 zwischen Karlsplatz und Schottenring sowie die U4 zwischen Heiligenstadt und Hütteldorf. Auf 30 Kilometern wurden 39 Stationen angefahren.

1982: Die neue Jahreskarte

Erstmals gab es ein Ticket, das zwölf Monate gültig war. Die Jahreskarte bestand zu Beginn aus Papier, später wurde sie aus Plastik hergestellt. Seit 2015 gibt es sie noch fälschungssicherer und im praktischen Kreditkarten-Format.

1989: Erste Teile der U6 fertig

Die größte Strecken-Eröffnung aller Zeiten gab es am 7. Oktober. Die alte Stadtbahnstrecke zwischen Philadelphiabrücke (heute Bahnhof Meidling) und Heiligenstadt bzw. Friedensbrücke ging als U6 in Betrieb. Sie umfasste insgesamt 14 Stationen. Weitere Ausbauten nach Siebenhirten und Floridsdorf waren zu diesem Zeitpunkt schon fixiert.

1992/93: Die U6 bekommt erste Niederflurwagen

Ende des Jahres 1992 bekam die U6 erstmals die neuen T-Wagen, die ein Jahr später dort auch unterwegs waren. Die Niederflurwagen lösten in den kommenden Jahren die alten E6-Garnituren nach und nach ab. Auch erste barrierefreie Busse waren ab sofort im Einsatz.

1994: Die Wiener Linien an einem Ort

Direktion in ErdbergZoom

Rund 900 MitarbeiterInnen der Wiener Linien übersiedelten in die neue Zentrale in der Erdbergstraße.

Das neue Direktionsgebäude bot mit 40.000 m2 Gesamtfläche reichlich Platz, um Abteilungen zusammenzuführen, die bis dahin auf verschiedene Standorte verteilt waren.

In Erdberg entstand auch ein zentrales Kundendienstzentrum.

 

1995: Mit 22 Nachtbuslinien nachhause

Nach einer grundlegenden Umstrukturierung nahmen am 26. Oktober 1995 insgesamt 22 Nachtbuslinien ihren Betrieb auf. Erste Nachtbus-Versuche gab es schon in den 1980ern. Mit dem Neustart kostete ein Fahrschein in der Nacht noch mehr als am Tag. Das änderte sich erst sieben Jahre später.

1996: Der letzte Schaffner verabschiedet sich

Am 20. Dezember 1996 war letztmalig ein Schaffner in einer Wiener Straßenbahn unterwegs. Es war Peter Winterhalter, der auf der Linie 46 mit seiner Kontrollzange die Fahrkarten abknipste. Seitdem sind alle Fahrzeuge der Wiener Linien schaffnerlos unterwegs.

1996: Floridsdorf bekommt eine U-Bahn

Die U6 fuhr seit dem 4. Mai nicht mehr nach Heiligenstadt. Stattdessen ging es über die neu gebaute Station Spittelau weiter bis nach Floridsdorf, jenseits der Donau. Somit enstanden am Handelskai und an der Endstation zwei wichtige Umstiegsknoten mit S-Bahnen.

1997: Mit dem Astax unterwegs

Einfach 15 Minuten vor der gewünschten Abfahrt Bescheid geben und schon kommt der Bus. Das war seit 1997 vor allem am Stadtrand möglich. Natürlich waren und sind die Anruf-Sammel-Taxen auf festgelegten Routen unterwegs. Ein normales Ticket genügt zum Mitfahren.

1998: ULF und die niedrigste Einstiegshöhe der Welt

Mit den ULF-Straßenbahnen gingen die Wiener Linien am 26. Juni 1998 einen weiteren Schritt in Richtung Barrierefreiheit. Die Niederflur-Bims verfügen über die weltweit niedrigste Einstiegshöhe. Zuerst fuhren die ULF auf den Linien 65 und 67, heute sind sie in ganz Wien im Einsatz. Gleichzeitig gingen erste Minutenanzeigetafeln in Haltestellen in Betrieb, die den Fahrgästen die Abfahrt des nächsten Fahrzeuges anzeigten.

1999: Die Wiener Linien entstehen

Am 12. Mai wurden die Wiener Linien als Tochterfirma der Wiener Stadtwerke ins Firmenbuch eingetragen. Im Zuge der Ausgliederung bekamen die „Wiener Stadtwerke – Verkehrsbetriebe“ einen neuen Namen. Zu diesem Zeitpunkt gab es die Marke Wiener Linien schon neun Jahre lang, gekoppelt mit dem Slogan "Ganz Wien auf Ihrer Linie".

2000: Die 2. Ausbauphase der U-Bahn mit den Linien U3 und U6 ist fertig

Die 2. Ausbauphase der Wiener U-Bahn wurde mit der Eröffnung des letzten U3-Abschnitts zwischen Erdberg und Simmering am 2. Dezember komplettiert. U3 und U6 haben ihre vorläufigen Streckenlängen erreicht.

2000:  3 - 2 - 1 - ** Countdown-Anzeigen kommen in die U-Bahn-Stationen

Am 15. Mai feierten die Countdown-Anzeigen in den U-Bahn-Stationen ihre Premiere. Seitdem sehen die Fahrgäste, wann die nächste U-Bahn kommt und zu welcher Endhaltestelle sie fährt.

Der V-Wagen fährt durchs U-Bahn-Netz

2001: Der V-Wagen fährt durchs U-Bahn-NetzZoom

Der erste V-Zug nahm am 22. April 2001 seinen Betrieb auf.

Die zweite U-Bahn-Generation bot erstmals eine Klimaanlage und war durchgehend begehbar.

Bis 2017 wurden insgesamt 62 V-Züge für die Linien U1, U2, U3 und U4 ausgeliefert.

 

 

2003: Der Fahrschein wird digital

Ab 20. September konnten Fahrgäste per SMS eine Tageskarte für beliebig viele Fahrten innerhalb Wiens kaufen. Somit wurde das Handy zum Fahrschein. Bis zu sechs Tickets konnten gleichzeitig erworben werden und galten bis 1 Uhr des Folgetages.

2004: Barrierefreie U-Bahn

Mit der Eröffnung des Lifts in der Station Taubstummengasse am 28. April wurde das gesamte U-Bahn-Netz barrierefrei zugänglich. Damit kommen die Fahrgäste per Aufzüge bzw. in zwei Stationen über eine Rampe, zu ihrer U-Bahn.

2006: Die U1 bis nach Leopoldau

Mit der U1 geht es seit dem 2. September 2006 bis nach Leopoldau. Das bedeutete 4,6 Kilometer mehr Strecke, fünf neue Stationen und eine bessere Anbindung für tausende WienerInnen im 21. und 22. Bezirk. Vor allem die Großfeldsiedlung und die Siedlung am Rennbahnweg mit ihren tausenden Wohnungen bekamen eine bessere Anbindung ans Zentrum. An der neuen Endstation „Leopoldau“ entstand ein Umsteigepunkt zu den S-Bahn-Linien der ÖBB.

2008-2013: Mit der U2 über das Happel-Stadion und die Aspernstraße bis in die Seestadt

Seit dem 10. Mai 2008 und pünktlich zur Fußball-Europameisterschaft, können alle Fahrgäste aus der Innenstadt direkt mit der U-Bahn zum Ernst-Happel-Stadion anreisen. Zwei Jahre später ging es weiter über die Donau bis zur Aspernstraße. Wiederum drei Jahre danach erreichte die U-Bahn den neuen Stadtteil Seestadt.

2009: Mit dem Handy und qando noch besser planen können

In Kooperation mit dem Verkehrsverbund Ostregion (VOR) wurde die Handy-App qando zu einem wichtigen Hilfsmittel in der Routenplanung. Alle Fahrpläne, Echtzeitdaten und viele weitere Funktionen waren ab sofort auf dem Mobiltelefon abrufbar.

2010: Die U-Bahn fährt am Wochenende auch nachts

Seit September 2010 fährt die U-Bahn in den Nächten vor Samstagen, Sonntagen und Feiertagen die ganze Nacht hindurch. Die Züge sind dabei in Intervallen von 15 Minuten unterwegs.

2012: Elektrobusse erobern die Innenstadt

Emissionsfrei und leise sind die kleinen Elektrobusse, die seit 2012 auf den Linien 2A und 3A durch die Innenstadt fahren. Der Ladevorgang erfolgt an den Endstationen über eine Oberleitung, die von naheliegenden Straßenbahnen abgezweigt wird.

 

2014-2024: Das Großprojekt „NEU4“

Über ein Jahrzehnt modernisieren die Wiener Linien die U4, die auf der ehemaligen Stadtbahnstrecke unterwegs ist. Der Großteil der Arbeiten erfolgt im laufenden Betrieb.

Einige Stations- und Teilstreckensperrungen sind dennoch notwendig. In diesem Fall kommen Ersatz-Straßenbahnen bzw. -Busse zum Einsatz, um den Komfort für die Fahrgäste so hoch wie möglich zu halten.

2014: Das Verkehrsmuseum erstrahlt in neuem Glanz

Am 13. September 2014 öffnete die "Remise", das neue Verkehrsmuseum der Wiener Linien am Ludwig-Koeßler-Platz, erstmals die Tore für die Öffentlichkeit. Die BesucherInnen erwartet hier eine Zeitreise in die 150-jährige Geschichte des öffentlichen Verkehrs in Wien mit vielen historischen Fahrzeugen.

Am gleichen Standort, der ehemaligen Straßenbahnremise in Erdberg, gab es seit 1989 eine Sammlung historischer Straßenbahnen.

2017: Die neue WienMobil-App

Routenplanung und Ticketkauf an einem Ort bietet die WienMobil-App. Zudem sind verschiedene Mobilitätspartner wie car2go oder Citybike eingebunden und auch Jahreskarten können problemlos in die App integriert werden.

2017: Die U1 fährt direkt zur Therme Oberlaa

Seit dem 2. September 2017 ist die U1 mit 19,2 Kilometern die längste U-Bahn im Netz der Wiener Linien. Durch die Verlängerung bis zur Therme Oberlaa nahmen fünf neue Stationen und eine neue Abstellanlage ihren Betrieb auf. Mit der U1 erreicht man nun in nur 15 Minuten von Oberlaa den Stephansplatz.

Sollte sich in Rothneusiedl in den nächsten Jahren ein neuer Stadtteil entwickeln, kann eine vorsorglich gebaute Gabelung nach der Station Alaudagasse die U1 bis dahin verlängern.

2019: Der auto.Bus kommt in die Seestadt

2018: Der auto.Bus kommt in die SeestadtZoom

Fahrerlos, aber nicht menschenlos, ist der autonome Bus ab Frühjahr 2019 auf einer ausgewählten Strecke in der Seestadt unterwegs.

Das Pilotprojekt soll diese neue Technologie auf einem festgelegten Kurs erproben.