Maßnahmenpaket U6

      

     

Wie die U6 zum neuen U-Bahn-Star wird

Sie hat eine Zuverlässigkeit von rund 99 Prozent, transportiert jährlich rund 80 Millionen Fahrgäste und hat leider ein schlechteres Image als ihrer Leistung gerecht wird: die U6.

In den letzten Jahren haben die Wiener Linien viel in die 17,4 Kilometer lange U-Bahnlinie investiert: Die historischen Otto-Wagner-Stationen werden generalsaniert, der Ausbau der Videoüberwachung sorgt für mehr Sicherheit, eigene SicherheitsmitarbeiterInnen werden ausgebildet.

Damit sich die Fahrgäste der U6 noch wohler fühlen und um die U6 noch mehr aufzuwerten, haben die Wiener Linien ein Maßnahmen-Paket geschnürt. Die Maßnahmen wurden aufgrund von Rückmeldungen unserer Fahrgäste ausgearbeitet.

Wiener Linien investieren vier Millionen Euro in die Nachrüstung – drei von vier Waggons bereits klimatisiert, Rest folgt bis 2020

Die Temperaturen steigen und noch viele heiße Sommertage stehen unmittelbar bevor. Der Großteil der Öffis ist längst klimatisiert. Die Fahrzeuge der U6, die als älteste U-Bahn Wiens noch nicht vollständig mit Klimaanlagen ausgestattet ist, werden aktuell auf Hochtouren nachgerüstet. Drei von vier Wagons eines jeden Zuges sind bereits klimatisiert, also drei Viertel aller Züge. Der Rest wird heuer und nächstes Jahr nachgerüstet.

„Die Wiener Linien verwenden ein innovatives Modell, bei dem die Klimaanlage am Dach sowohl zum Kühlen als auch zum Heizen verwendet werden kann. Nach dem erfolgreichen Test im Vorjahr geht die Nachrüstung nun zügig voran, dafür werden vier Millionen Euro investiert“, so Öffi-Stadträtin Ulli Sima.

Wiener-Linien-Geschäftsführer Günter Steinbauer: „Die U6 ist als oberirdisch geführte Linie besonders von Hitzetagen betroffen. Deshalb kommen wir dem Wunsch unserer Fahrgäste nach und schaffen rasch neue Klimaanlagen an.“

Ab Sommer 2020 nur mehr klimatisierte U6-Züge im Einsatz

„Wir kämpfen auf allen Ebenen gegen die durch den Klimawandel bedingten Hitzeinseln in unserer Stadt. Wir haben ein großes Cooling-Paket geschnürt, im Rahmen dessen wir Brunnen, Nebelduschen, Fassadenbegrünungen, Baumpflanzungen und neue Grünflächen finanzieren“, so Sima. Im Kampf gegen den Klimawandel leisten die Öffis einen zentraler Beitrag und natürlich sind die Öffis selber auch „cool“ – und die letzten noch ungekühlten Fahrzeuge werden nun mit Klimaanlagen nachgerüstet, damit sich alle wohlfühlen“, so Sima.

U6-Züge mit Sonnenschutzfolien und Lüftungskiemen ausgestattet

Um kurzfristig für Abkühlung zu sorgen, wurden bereits die noch nicht-klimatisierten Waggons mit Lüftungskiemen und Sonnenschutzfolien ausgestattet. Diese sorgen für kühlen Fahrwind und senken die Temperaturen in den Fahrzeugen um bis zu vier Grad.

 

 

Für ein besseres Miteinander in den Öffis: Essverbot in allen U-Bahnen

Im Sinne eines besseren Miteinander und der Rücksichtnahme in den Öffis haben die Wiener Linien das Essverbot, das seit September 2018 in der U6 gilt, auf alle U-Bahn-Linien ausgeweitet.

Wie die zuständige Öffi-Stadträtin Ulli Sima betont, sind die Erfahrungen in der U6 sehr positiv, die Maßnahme wird von den Fahrgästen sehr gut angenommen.

"Wer will schon mit Ketchup oder Majonäse verschmierte Sitze oder den Geruch einer Leberkässemmel in der U-Bahn?“, so Sima. „Im Schnitt dauert eine U-Bahn-Fahrt in Wien rund 10 Minuten. Das ist eine kurze Zeitspanne, in der es zumutbar ist, aus Rücksicht auf die anderen Fahrgäste sein Essen eingepackt zu lassen.“

Service- und Security-MitarbeiterInnen kontrollieren

Kontrolliert wird das Essverbot von den Service- und Security-MitarbeiterInnen der Wiener Linien. Diese agieren mit Fingerspitzengefühl: „Niemand wird einem Kleinkind seinen Keks oder ein Obststück wegnehmen“, so Sima.

Im Zentrum steht das Miteinander, das überall nur mit klaren Spielregeln funktioniert. Strafen sind nach den bisherigen sehr positiven Erfahrungen keine vorgesehen.

Positive Bilanz in der U6

In der U6 wurde das Essverbot in den ersten vier Monaten sehr gut angenommen: Bis Jahresende 2018 mussten nur 88 Personen auf die Regelung aufmerksam gemacht werden. Bei 250.000 Fahrgästen pro Tag ist das ein verschwindend geringer Anteil – und diese Personen reagierten durchwegs einsichtig und packten ihr Essen wieder ein.

Auch der Müll in den Zügen ist durch das Essverbot in der U6 deutlich zurückgegangen. Die Reinigungskräfte stellten weniger liegengelassene Verpackungen auf Sitzen und Böden und auch weniger Essensreste fest.

Wiener-Linien-Geschäftsführerin Alexandra Reinagl zeigt sich erfreut: „Jeder Euro, der bei der Reinigung gespart wird, kann in andere Bereichen investiert werden und kommt somit wieder den Fahrgästen zugute.“. Die Reinigungskosten in der U-Bahn belaufen sich pro Jahr auf mehr als zwei Millionen Euro und werden durch die neue Maßnahme sinken.

Mehrheit in Umfrage für Essverbot auf allen U-Bahn-Linien

Das Thema Geruchsbelästigung durch Essen und Verschmutzung ist immer wieder Grund für Beschwerden der Fahrgäste beim Service-Telefon der Wiener Linien.

Im Sommer 2018 befragten die Wiener Linien ihre Fahrgäste zum Thema Essverbot. Über 50.000 nahmen teil, das Ergebnis war eindeutig: Die überwiegende Mehrheit  sprach sich für ein generelles Essverbot aus, zwei Drittel waren für ein Essverbot auf allen U-Bahn-Linien – und genau dieses setzten die Wiener Linien mit 15. Jänner 2019 um. 

Mehr zum Ergebnis der Umfrage

U6-Offensive bringt Stationssanierungen und neue Anstriche

Im Zuge der U6-Offensive modernisieren die Wiener Linien auch die Stationen. Die Otto Wagner-Stationen bekommen einen neuen Sockelanstrich im Bahnsteigbereich.

Die Sockelleisten in den Stationen Burggasse, Josefstädter Straße, Alser Straße, Währinger Straße und Nußdorfer Straße wurden neu gemacht. Die Station Gumpendorfer Straße wird im Zuge der Stationssanierung neu ausgemalt.

U6-Revitalisierung im Finale

Seit Februar 2019 wird die historische Otto-Wagner-Station Gumpendorfer Straße saniert. Zunächst werden die Stiegen von der Eingangshalle auf den Bahnsteig Richtung Floridsdorf abgetragen und neu errichtet. Die Züge durchfahren die Station in dieser Fahrtrichtung für etwa drei Monate ohne Halt.

Der Stiegenaufgang in Richtung Siebenhirten wurde bereits 2018 erneuert. Im Anschluss an die Stiegenaufgänge ist die Sanierung der Fassade des Stationsgebäudes vorgesehen, die aber keine Einschränkungen für die Fahrgäste mit sich bringt.

Mit der Modernisierung der Station Gumpendorfer Straße geht das U6-Revitalisierungsprojekt ins Finale. Von Ende März bis Anfang September wird außerdem noch die zweite Bahnsteig-Seite (Richtung Siebenhirten) der Station Nußdorfer Straße saniert.

In den letzten Jahren wurden bereits die Otto-Wagner-Stationen Burggasse, Josefstädter Straße, Alser Straße, Währinger Straße und Nußdorfer Straße renoviert. Insgesamt haben die Wiener Linien rund 50 Millionen Euro in die Erneuerung der historischen Stationen investiert.

 

Neue U6-Waschstraße in Betrieb

Wie eine Waschanlage für Autos, nur eben viel größer: Das ist die neue Waschstraße der Wiener Linien für die Waggons der U6 am Bahnhof Michelbeuern, die seit 2018 in Betrieb ist. Hier werden nur U6-Züge gewaschen. Sie sind die einzigen in unserer U-Bahn-Flotte, die den Strom von der Oberleitung beziehen und damit auch eine andere Waschanlage brauchen. 

Für einen Waschgang werden rund 3.000 Liter Wasser benötigt – 95 Prozent davon werden wiederverwertet und für die nächste Wäsche verwendet. In unterirdischen Becken wird das Wasser gesammelt und aufbereitet. 

Innerhalb von zwei Wochen werden alle U6-Züge einmal in der Waschstraße gereinigt.

Mehr Nassreinigung auch in den Zügen

Zusätzlich werden die U6-Züge täglich auch im Wageninneren geputzt. Die Züge werden ausgekehrt und Haltestangen, Haltegriffe etc. feucht gereinigt. Stark verschmutzte oder klebrige Stellen werden sofort entfernt.

Alle sechs bis acht Wochen werden alle Wagen von der Decke bis zum Fußboden gründlich nass gereinigt. Das beinhaltet auch das Entfernen von Kaugummi, Reinigung der Fenster und Fahrgastsitze sowie die gründliche Reinigung des Fahrerplatzes.

Neue Bodenmarkierungen für schnelleres Ein- und Aussteigen

Im Zuge des U6-Maßnahmenpakets bringen die Wiener Linien für einen leichteren und schnelleren Fahrgastwechsel spezielle Bodenmarkierungen auf den Bahnsteigen in stark frequentierten U6-Stationen an.

Die Bodenmarkierung kennzeichnet sowohl den Wartebereich für zusteigende Fahrgäste am Bahnsteig, als auch den frei zu lassenden Bereich für aussteigende Fahrgäste. Die Fahrgäste wissen genau, wo der Zug hält und wo die Türbereiche sein werden.

Die Kennzeichnungen wurden bereits in den Stationen Westbahnhof, Bahnhof Meidling, Längenfeldgasse und Handelskai angebracht.

„Rücksichtnahme unter den Fahrgästen beginnt beim Ein- und Aussteigen. Die Bodenmarkierungen geben eine gute Orientierung – sie zeigen genau an, wo der Zug halten wird“, sagt Wiener-Linien-Geschäftsführer Günter Steinbauer.

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Neue Halteschlaufen im Regenbogenfarben-Design in U6

Rechtzeitig zur kommenden tristen Jahreszeit haben die Wiener Linien einen Waggon der U6 mit bunten Halteschlaufen ausgestattet.

Die U6-Züge sind normalerweise mit einfärbigen gelben oder grauen Halteschlaufen ausgestattet. In einem Waggon werden sie gegen die Farben Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau und Violett getauscht.

Wer ein bisschen Glück hat, fährt ab dem 29. Oktober mit der buntesten U6-Garnitur Wiens durch die Stadt.

104 Halteschlaufen wurden in den Farben des Regenbogens angebracht. „Wir bringen mit dieser Aktion ein wenig mehr Farbe in den Öffi-Alltag“, sagt Öffi-Stadträtin Ulli Sima.