Maßnahmenpaket U6

   
    

Wie die U6 zum neuen U-Bahn-Star wird

Sie hat eine Zuverlässigkeit von rund 99 Prozent, transportiert jährlich rund 80 Millionen Fahrgäste und hat leider ein schlechteres Image als ihrer Leistung gerecht wird: die U6.

In den letzten Jahren haben die Wiener Linien viel in die 17,4 Kilometer lange U-Bahnlinie investiert: Die historischen Otto-Wagner-Stationen werden generalsaniert, der Ausbau der Videoüberwachung sorgt für mehr Sicherheit, eigene SicherheitsmitarbeiterInnen werden ausgebildet.

Damit sich die Fahrgäste der U6 noch wohler fühlen und um die U6 noch mehr aufzuwerten, haben die Wiener Linien ein Maßnahmen-Paket geschnürt. Die Maßnahmen wurden aufgrund von Rückmeldungen unserer Fahrgäste ausgearbeitet.

Die U6-Fahrgäste wollen einen kühlen Kopf bewahren

Eines der wichtigsten Anliegen unserer Fahrgäste ist mehr Abkühlung. Derzeit ist jeder zweite U6-Zug klimatisiert. Die U6 fährt über weite Strecken oberirdisch, deswegen heizen sich die Wagen dieser Linie besonders stark auf.

Bei Hitze sind klimatisierte Fahrzeuge ununterbrochen auf der Strecke, sie werden bevorzugt eingesetzt. Da die Temperaturen dieses Jahr bereits im Frühjahr sehr hoch waren, werden die U6-Züge seit Ende April gemischt gekoppelt. Das heißt: jeder Zug hat klimatisierte Wagen.

Die Wiener Linien testen seit Juli 2018 eine neue Technik: Wir rüsten ein Fahrzeug von Heizung auf Heizung UND Kühlung um. Wenn der mehrmonatige Test erfolgreich ist, werden die neuen Geräte auch in den restlichen, bisher nicht klimatisierten Zügen eingebaut.

Außerdem werden in allen Zügen ohne Klimatisierung Sonnenschutzfolien angebracht; diese reduzieren die Temperatur im Innenraum um bis zu vier Grad. Für eine bessere Luftzufuhr wurden zudem Lüftungskiemen bei den Fenstern eingebaut, die für mehr Frischluft sorgen.

U6-Pilotprojekt: Aus für stark riechende Speisen – Wiener Linien kommen Fahrgastwünschen nach

Immer wieder äußerten Fahrgäste der U6 den Wunsch, das Essen von geruchsintensiven Speisen wie Leberkäsesemmel, Pizza, Kebab & Co für ein angenehmeres Miteinander in den Zügen zu verbieten.

Ab September 2018 kommen die Wiener Linien diesem Anliegen der Fahrgäste nach und setzen im Rahmen eines Pilotprojekts ein Essverbot für die U6 um. Stark riechende Speisen dürfen dann nicht mehr im Zug konsumiert werden. In vielen Städten der Welt ist es bereits jetzt undenkbar, dass in den Öffis gegessen wird – wie etwa in Basel, Berlin, Singapur oder Hongkong.

„Wir starten dazu im ersten Schritt eine breite Info-Offensive, um die Fahrgäste zu sensibilisieren. Aber ehrlich: Wer mag schon den Duft von Thunfischpizza oder Kebab auf seiner Fahrt ins Büro oder nach Hause?“, erklärt Öffi-Stadträtin Ulli Sima. Die Fahrtdauer in der U-Bahn liege im Durchschnitt bei rund 10 Minuten, es sei daher zumutbar, die wenigen Minuten ohne stark riechenden Speisen auszukommen.

Die Wiener Linien bereiten dazu aktuell entsprechende Info-Offensiven für den Herbst vor, die von Durchsagen in den U6-Stationen, Info-Plakate und Sticker in und auf den Zügen über Informationen durch Service- und Sicherheitsdienst-MitarbeiterInnen bis hin zu Einblenden der Botschaft auf den Abfahrts-Anzeigetafeln am Bahnsteig reichen.

Angepatzte Sitze: Saubere Öffis dank Essverbot

Viele Fahrgäste beschweren sich – abgesehen von der Geruchsbelästigung – oft über Sitzplätze, die durch Essensreste verunreinigt und damit nicht benutzbar sind. „Der Reinigungsaufwand in den Zügen ist enorm und kostet viel Geld. Er soll mit dem Verbot weiter reduziert werden“, so Sima. Im ersten Schritt wird nun breit informiert und beobachtet, wie die Fahrgäste mit der neuen Regelung umgehen.

U6-Offensive bringt Stationssanierungen und neue Anstriche

Im Zuge der U6-Offensive modernisieren die Wiener Linien auch die Stationen. Die Otto Wagner-Stationen bekommen einen neuen Sockelanstrich im Bahnsteigbereich. Bislang wurden die Sockelbereiche weiß gestrichen. Künftig verwenden die Wiener Linien einen dünkleren Farbton, um Verschmutzungen etwa durch Fußabdrücke zu verhindern. Die Sockelleiste in der Station Burggasse wurde bereits im Juli ausgemalt. Josefstädter Straße, Alser Straße und Währinger Straße folgen in den nächsten Wochen.
Die Stationen Nußdorfer Straße und Gumpendorfer Straße werden im Zuge der Stationssanierungen neu ausgemalt. Außerdem werden die Stationen und das Stationsumfeld mit LEDs ausgestattet – das verspricht mehr Helligkeit und trägt auch zu einem besseren Sicherheitsgefühl bei.

Sanierungsarbeiten ab Herbst in der U6-Station Gumpendorfer Straße

Aktuell wird die U6-Station Nußdorfer Straße generalsaniert, ab 10. September wird eine weitere Station saniert: die historische Otto Wagner-Station Gumpendorfer Straße. Zunächst werden die Stiegen von der Eingangshalle auf den Bahnsteig Richtung Siebenhirten abgetragen und neu errichtet. Die Züge durchfahren die Station in dieser Fahrtrichtung für etwa drei Monate ohne Halt. 2019 wandern die Arbeiten auf die andere Seite, der Stiegenaufgang in Richtung Floridsdorf wird erneuert. 2020 ist die Sanierung der Fassade des Stationsgebäudes vorgesehen, die aber keine Einschränkungen für die Fahrgäste mit sich bringt.