Nachhaltig in die Zukunft

Für uns als Mobilitätsanbieter hat der Umweltschutz eine tragende Rolle. Öffentlicher Verkehr ist umweltschonend und schützt das Klima. Jeder Fahrgast sorgt für saubere Luft, weniger Lärm und mehr Platz zum Leben.

Wir bewegen Wien. In eine nachhaltige Zukunft.

Ganz nach dem Motto „Die Stadt gehört dir!“ heißt es bei uns auch: Die Öffis gehören dir! Denn jeder Öffi-Fahrgast entscheidet sich dafür, Wien zu einer lebendigen und lebenswerten Stadt zu machen.

Aber nicht nur das: Wer U-Bahn, Bus oder Bim benützt, setzt einen wichtigen Schritt, um unsere Lebensqualität zu erhalten und zu verbessern – mehr Platz, sauberere Luft, weniger Lärm. Mit jeder Öffi-Fahrt schützen wir alle Klima und Umwelt und…

…machen damit die Welt ein Stückchen besser.

Je weniger Energie wir für das Fahren verbrauchen wollen, desto mehr Energie müssen wir in neue Ideen stecken. Wir sind überzeugt: Klimafreundliche Mobilität ist Grundvoraussetzung und Schlüsselelement für eine lebenswerte Zukunft in der Stadt.

Deshalb arbeiten wir stets daran, die Tür ein Stück weiter zu öffnen und den öffentlichen Verkehr in der Stadt in dem Bereich noch weiter zu verbessern, wo er jetzt schon hervorragend ist: Als Wegbereiter für eine klima- und umweltschonende Zukunft.

Quelle: VCÖZoom

Mehr Raum zum Leben durch die Öffis

Immer mehr Menschen möchten in Wien leben. Kein Wunder, wenn man internationale Rankings in Sachen Lebensqualität betrachtet.

Aber: Auch wenn die Bevölkerung wächst, steht nicht mehr Platz zur Verfügung. Hier kommen die Öffis ins Spiel – und zwar in einer Hauptrolle:

Sie nützen Fläche viermal, die U-Bahn alleine sogar 20 Mal, effizienter als der Autoverkehr.

Das heißt: Würden alle unsere Fahrgäste auf das Auto umsteigen, dann müsste dafür etwa die Fläche von ganz Döbling zu Parkplätzen umgewidmet werden.

Effizienter öffentlicher Verkehr
Während ein PKW im Schnitt nur 1,2 Personen transportiert, passen rund 200 Fahrgäste in eine Straßenbahn, in eine U-Bahn sogar rund 900. Das macht die U-Bahn zum Spitzenreiter in Sachen Flächeneffizienz: Denn um 900 Personen durch die Stadt zu bewegen, wären etwa 750 PKW nötig – das entspricht aneinander gereiht einer Autokolonne von etwa drei Kilometer Länge.

Würden wir alle unsere Wege nur noch öffentlich zurücklegen, könnten rund 500 Hektar, also etwa dreimal die Fläche der Alten Donau oder rund 700 Fußballfelder, anders genutzt werden, etwa für Parks, Spielplätze sowie andere Grün- und Freiflächen. Hingegen: Wären wir alle nur mit dem Auto unterwegs, müssten die Verkehrsflächen Wiens verdreifacht werden. Das heißt, die Wiener Südosttangente bräuchte zum Beispiel im Bereich Knoten Prater 24 Spuren in zwei Richtungen, statt derzeit acht, und dementsprechend noch viel mehr Platz.

Auf kleinem Fuß unterwegs
38 Prozent der Wienerinnen und Wiener sind in der Stadt mit U-Bahn, Straßenbahn und Bus unterwegs – und leben damit auf kleinem Fuß: Denn der ökologische Fußabdruck der öffentlichen Verkehrsmittel macht nur rund 1 Prozent der Stadt Wien aus. Benutzt man zum Beispiel die U2 vom Schottenring bis zur Station Donaumarina, ist der Fußabdruck rund 1 Quadratmeter groß – mit dem Auto wäre er rund 3,3 Mal größer.

Energiesparmeister Öffis

Allein die bewusste Entscheidung für die Öffis spart enorm viel Energie im Mobilitätsbereich. Dennoch bemühen wir uns kontinuierlich, noch effizienter und nachhaltiger zu sein.

Statt alten Leuchtstoffröhren
...geben stromsparende LED-Leuchten in unseren Fahrzeugen und Stationen den Ton an. Rund 22.000 Leuchtröhren auf U-Bahnsteigen wurden bereits getauscht und verbrauchen nun bei gleicher Leuchtkraft nur noch halb so viel Energie. So sparen wir jährlich etwa 1,5 GWh, was dem Stromverbrauch von mehr als 430 Wiener Haushalten entspricht.

Vorausschauendes Fahren
...hilft beim Sprit- und Energiesparen – das gilt für die Öffis genauso, wie für den privaten PKW. In der Aus- und Weiterbildung unseres Fahrpersonals achten wir deshalb darauf, Bewusstsein für eine energiesparende Fahrweise zu schaffen.

Bei der U-Bahn wird die Fahrgeschwindigkeit zusätzlich per Computer optimiert: Ist der Zug zu früh oder zu dicht hinter einem anderen, wird die Geschwindigkeit automatisch reduziert. Das spart Energie und die Züge sind gleichmäßiger unterwegs.

E-Mobilität von der Schiene auf die Straße bringen

Wer auf Öffis umsteigt, spart pro Jahr bis zu 1.500 kg CO2-Emissionen ein. Das ist ganz schön viel, gleicht es doch einer Einsparung von etwa 8.300 gefahrenen Kilometern mit einem durchschnittlichen PKW. Das entspricht ungefähr der Luftlinie von Wien nach Johannesburg in Südafrika.

Der Grund dafür: Dank Straßenbahn und U-Bahn sind bereits rund 80 Prozent der Öffi-Fahrgäste elektrisch unterwegs. Aber auch bei den E-Bussen sind wir Vorreiter: Mit einem weltweit einzigartigen Ladesystem betreiben wir seit 2012 zwei Linien (2A und 3A) komplett elektrisch und abgasfrei. 150 Kilometer können die Busse mit einer Ladung zurücklegen und zeigen so deutlich, welches Potenzial in der Elektromobilität steckt.

Jetzt gehen wir in die Verlängerung
Der nächste Schritt in Sachen E-Mobilität sind bis zu sieben Elektrobusse mit je 12 Metern Länge. Damit ist Wien 2019 die erste europäische Stadt mit großen E-Bussen im Linienbetrieb und kann eine weitere Buslinie komplett auf Elektroantrieb umstellen. Wien ist also nicht nur eine der lebenswertesten Städte dieser Erde, sie ist auch Umweltmusterstadt und leistet zudem einen wichtigen Beitrag zur technologischen Weiterentwicklung der Öffis.

Mehr Komfort, weniger Energie

Auch bei der laufenden Modernisierung unserer Autobusflotte setzen wir auf Energieeffizienz, niedrigste Emissionswerte, die deutliche Unterschreitung der Euro-6-Norm, Wirtschaftlichkeit und hohen Fahrgastkomfort. Bis Ende 2019 wird die Erneuerung der rund 450 Fahrzeuge umfassenden Busflotte abgeschlossen sein. Die bisherige Erneuerung der Busflotte hat bereits eine Energieeinsparung von 20 Prozent ermöglicht. Der CO2-Ausstoß konnte mit den neuen Bussen um 44 Prozent reduziert werden.

Überhaupt konnten wir den Energieverbrauch unserer gesamten Busflotte - trotz Ausbau des Verkehrsnetzes und der damit einhergehenden Erhöhung der gefahrenen Kilometer um rund 28 Prozent - in den vergangenen Jahren um gut ein Viertel senken. Waren es 2011 noch knapp 200.000 MWh, sind es 2017 lediglich rund 145.000 MWh. Triebkraft dafür ist der Ausbau unserer treibstoffeffizienteren EURO6-Busflotte.

Um unseren Energieverbrauch vermehrt aus erneuerbaren Quellen zu speisen, wurden einige U-Bahn-Stationen und Betriebsgebäude mit Erdwärmepumpen ausgestattet. Auch neue U-Bahn-Stationen planen wir nachhaltig und nutzen zusätzlich die Abwärme von Computern in technischen Räumen, um unsere Gebäude zu beheizen.

„Mini-Kraftwerk“ Schienenfahrzeug
Egal ob Straßenbahn oder U-Bahn – fast alle unsere Schienenfahrzeuge sind bereits kleine „Kraftwerke": Die Energie, die durch die Reibung beim Bremsen eines Zuges freigesetzt wird, fließt zurück ins Netz. Damit können andere Fahrzeuge in der Umgebung diese Energie beim Anfahren nutzen.

Was tun jedoch, wenn sich gerade kein Zug zeitgleich in der Nähe befindet, der diese Energie nutzen kann? Hier setzt unser Forschungsprojekt Brake Energy an, auf das wir besonders stolz sind. Die Energie aus der Bremsung wird ins hauseigene Wechselstromnetz eingespeist und kann so Rolltreppen, Beleuchtung und Aufzüge in den Stationen mit Strom versorgen. Das Pilotprojekt brachte eine Energieeinsparung von 1.6 GWh pro Jahr, was ungefähr einem Jahres-Energieverbrauch von 360 durchschnittlichen Haushalten entspricht. Weitere solcher Mini-Kraftwerke sind bereits in Planung.

Weil Rohstoffe wertvoll sind

Rohstoffmine Stadt
Der Ressourceneinsatz in modernen Städten ist sehr hoch, auch in Wien. Somit gilt es einerseits, mit den verfügbaren Ressourcen schonend umzugehen. Andererseits könnte die heutige Stadt als Rohstoffmine von morgen dienen. Um diese Herausforderungen bewältigen zu können, haben wir ein integriertes, nachhaltiges Ressourcenmanagement etabliert.

Nachhaltige Fahrzeugbeschaffung
Auch beim Thema Fahrzeugbeschaffung ist Ressourceneffizienz ein wichtiges Thema. Die besonders umweltfreundlichen und energieeffizienten U-Bahn-Garnituren der Type V können zum Beispiel nach Ablauf ihrer Lebensdauer zu 90 Prozent recycelt werden. Auch die neuen Straßenbahngeneration Flexity ist so konzipiert, dass sie nach Ende der Lebensdauer von mehreren Jahrzehnten einfach und umweltfreundlich recycelt werden kann.

Sauber saubermachen
17 Waschanlagen sorgen dafür, dass unsere Busse, Straßenbahnen und U-Bahnen nicht schmutzig aus der Wäsche schauen. Um den Wasserverbrauch zu reduzieren, haben wir sämtliche Waschanlagen mit einer eigenen Aufbereitungsanlage ausgestattet. 90 Prozent des Wassers eines Waschganges – immerhin knapp 3.000 Liter oder bis zu 20 Vollbäder – können so wiederverwendet werden.