Unser Winterdienst

Nach dem Winter ist vor dem Winter

Die Wiener Linien bereiten sich jedes Jahr sehr gründlich darauf vor, auch in der kalten Jahreszeit – namentlich bei Glatteis und Schneefall – einen möglichst ungestörten Betrieb aller Linien zu gewährleisten. Verantwortlich dafür ist unser Winterdienst.

Unsere Vorbereitungen für den nächsten Winter beginnen bereits am Ende der abgelaufenen Wintersaison. Im April werden alle Maschinen und Geräte, die im Winterdienst eingesetzt wurden, gesäubert und gewartet.

Lange bevor es dann wieder kalt wird – wenn viele WienerInnen noch zu einem (spät)sommerlichen Bad in die Alte Donau springen – prüft unser Winterdienst dann schon wieder alle Geräte und Maschinen auf Herz und Nieren, damit am 1. November alles bereit ist. Auch das Material für den Winterdienst wird schon jetzt bereitgestellt; so werden etwa alle Depots und Streuwagen vorsorglich mit Splitt gefüllt.

Außerdem betreiben die Wiener Linien vier Soleaufbereitungsanlagen, damit wir in der kalten Jahreszeit immer genügend Salzlösung zur Verfügung haben. In großen Tanks wird das Gemisch aus Wasser und Salz hergestellt, mit denen wir unsere Haltestellen von Eis und Schnee befreien.

Wenn über mehrere Tage Minusgrade herrschen, werden die Weichenheizungen eingeschaltet. Sie sollen verhindern, dass die Weichenzunge festfriert – die Weiche würde dann nicht mehr funktionieren.

Film: Unsere Vorbereitungen auf den Winter

In unserem Zeitrafferfilm können Sie sich ein Bild davon machen, wie wir uns auf den Winter vorbereiten. Während es noch sommerlich warm ist, rüsten wir bereits einen Rasenmäher-Traktor zum Schneepflug um. Als nächstes montieren wir einen Schneepflug auf ein Schienenfahrzeug, füllen Salz in eine Soleaufbereitungsanlage und Sand in einen Sandstreuwagen. Abschließend sehen Sie noch die Montage eines Schneepflugs auf einen LKW.


Der Winterdienst der Wiener Linien in Zahlen

  • Über 200 MitarbeiterInnen
  • Über 5.000 betreute Haltestellen: über 1.000 Straßenbahn, über 4.000 Bus, 109 U-Bahn
  • Über 1.600 betreute Weichen: rund 1.100 Straßenbahn, über 570 U-Bahn
  • 1.000 Weichenheizungen
  • 41 Schneepflüge für Schienenräumung
  • 13 LKW mit Schneepflug & Streugerät
  • Rund 30 Spezialfahrzeuge für Haltestellenräumung (z.B. Kehrmaschinen, Kleintraktoren)
  • Streumittelverbrauch: rund 80 Tonnen Splitt, rund 150 Tonnen Salz pro Winter

Wir betreuen Schienenstraßen und Haltestellen

Meistens beginnt der Winter in Wien in den höher gelegenen Bezirken im Nordwesten der Stadt. An diesen exponierten Stellen kommt es zuerst zu Glatteisbildung und/oder Schneefall. Für unseren Winterdienst heißt das: Ausrücken. Insgesamt stehen über 80 Fahrzeuge und über 200 MitarbeiterInnen der Wiener Linien bereit.

Unser Winterdienst betreut Schienenstraßen und Haltestellen der Wiener Linien. Das heißt: Wir streuen und räumen Gleiskörper, auf denen Straßenbahnen und Busse unterwegs sind. Für das Räumen von Straßen ist die MA 48 zuständig; hier kommt unser Winterdienst unterstützend zum Einsatz, damit unsere Busse störungsfrei unterwegs sein können.

Einsatzstufe hängt von der Witterung ab

Fünf Monate lang – von 1. November bis 31. März – ist unser Winterdienst aktiv. Je nach der erwarteten Witterung (Glätte, Eis, Schneefall) legen unsere Schneediensthabenden die Einsatzstufe fest – von Rufbereitschaft bis Einsatz. Davon hängt ab, wie viele Mitarbeiter ausrücken und welche Tätigkeiten nötig sind. Die Wiener Linien arbeiten eng mit der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) zusammen, die regelmäßig Prognosen für uns erstellt.

Streu- und Räumeinsatz auf Haltestellen und Schienenstraßen

Für die Einsatzstufe spielen Witterung und Bodentemperatur eine entscheidende Rolle. Bei zu erwartender Glätte (mit oder ohne Schneefall) rückt unser Winterdienst zum Streuen aus. Wir streuen Haltestellen und busbefahrene Gleisbereiche, die nicht vom Individualverkehr befahren werden. 

Bei Schneefall rückt unser Winterdienst aus, um Haltestellen vom Schnee zu befreien. Dafür kommen über 40 LKW, Kehrmaschinen und Traktoren mit Schneepflügen und Streugeräten zum Einsatz. Schienenstraßen müssen geräumt werden, wenn mehr als ca. 5 cm Schnee fallen. Dafür stehen über 40 Schienenpflüge zur Verfügung. 

Besonders wichtig für den Betrieb unserer Straßenbahnen sind funktionstüchtige Weichen. Spezielle Weichenheizungen erwärmen sie, um zu verhindern, dass sie zufrieren oder durch angepressten Schnee blockiert werden. Die Heizung schafft allerdings nur eine gewisse Auftauleistung; wenn dies nicht reicht, reinigen Weichenbetreuer diese Weichen händisch.

Film: Räum-Einsatz auf Schienen

In unserem Film können Sie sehr gut beobachten, wie die Auswurfsperre funktioniert. Nähert sich das Fahrzeug einer Haltestelle, senkt sich der bewegliche Seitenteil der Pflugschaufel; dadurch wird verhindert, dass der Schnee seitlich auf die Haltestelle geschoben wird, was unsere Fahrgäste beim Ein- und Aussteigen behindern würde. Nach der Haltestelle kommt die Sperre wieder nach oben, der Schnee wird wieder seitlich weggeschoben.

Außerdem im Bild: Einer unserer Weichenposten. Sie sorgen dafür, dass unsere Weichen auch an sehr exponierten Stellen reibungslos funktionieren. Wird die Weiche von Schnee, Eis oder Streusplitt verstopft, putzt der Weichenposten sie händisch oder stellt sie manuell, damit die Straßenbahn ohne Verzögerung fahren kann.

Die Umwelt ist uns wichtig – auch im Winter!

Zum Schutz der Umwelt investieren die Wiener Linien in schonende Streu- und Auftaumittel. Um die Feinstaubbelastung durch Streusplitt zu reduzieren, vermischen wir den Splitt mit Sole (einer Mischung aus Wasser und Salz); wann immer möglich, verzichten wir ganz auf Splitt.

Außerdem verwenden wir Feuchtsalz (eine Mischung aus Streusalz und Sole), das in wesentlich geringeren Mengen eingesetzt werden kann als vergleichbare Auftaumittel. Somit werden Boden, Pflanzen, Tiere und Gewässer nachhaltig geschont.

Unsere Sole stellen wir übrigens selbst her: Die Wiener Linien betreiben vier Soleaufbereitungsanlagen, aus denen wir unsere Tankwagen und Fahrzeuge befüllen.

Für die Bäume im Bereich der Ring-Haltestellen strengen wir uns besonders an: Um sie zu schützen, verwenden wir Kaliumcarbonat, das wesentlich schonender (und deutlich teurer) ist als andere Auftaumittel, allerdings auch eine schwächere Auftauwirkung besitzt. Zusätzlich wird der Boden rund um die Bäume mit einem speziellen Vlies abgedeckt, das das Einsickern von Auftaumitteln verhindern soll.

Schon gewusst?

AnrainerInnen sind verpflichtet, Gehsteige und Haltestellen zu räumen

Was immer wieder zu Missverständnissen führt, ist die Zuständigkeit für das Räumen von Haltestellen. Grundsätzlich gilt: Der Eigentümer einer Liegenschaft ist verpflichtet, die Gehsteige zu räumen, die an sein Haus oder Grundstück angrenzen. Dies gilt auch für Haltestellen öffentlicher Verkehrsmittel, die sich darauf befinden. Die Regelung im Überblick:

  • Von 6 bis 22 Uhr müssen LiegenschaftseigentümerInnen den Fahrgästen das sichere Ein- und Aussteigen bei Straßenbahn, Bus und U-Bahn ermöglichen.
  • Gehsteige und Haltestellenbereiche müssen rechtzeitig von den HausbesitzerInnen, Hauswarten oder den beauftragten Schneeräumfirmen betreut werden.
  • Nur außerhalb dieser Zeit sind die Wiener Linien dafür verantwortlich.

Mehr Information finden Sie auf den Seiten der MA 48:
Infos rund um den Winterdienst 
Gesetzliche Grundlagen der Straßenreinigung