Rudi Wach

Lauf der GeschöpfeZoom
U2 Museumsquartier
Rudi Wach, Lauf der Geschöpfe. 2001
Zeichnungen, Relief & Skulptur

Im Werk „Lauf der Geschöpfe“ behandelt Rudi Wach die für ihn zentralen Themen des Lebens und der Kunst, nämlich die geistige, ästhetische und spirituelle Entwicklungsgeschichte des Menschen.

Drei Bronzeplastiken mit ihren metallisch harten, großflächigen und kantigen Formen dominieren das Zwischengeschoß der Station. Ihre Titel „Wächter“, „Lebenskeim“ und „Tor des Verborgenen“ verweisen auf ihre Bedeutung für das gesamte Werk.

18 überdimensionalen Zeichnungen entlang der Wände der Bahnsteige zeigen uns symbolhaft das Leben und die Seele des Menschen von der Geburt bis zum Tod. Mythisches, Archaisches, Unbewusstes, Archetypisches offenbaren sich in Zeichnungen wie „Die Erdmutter“, „Die Gnadenbringende“, „Der Jubilierende“, „Der Alternde“, „Der Erblindete“.

Der Künstler Rudi Wach versucht hier scheinbar Unmögliches: nämlich in die Hektik des Alltags Momente der Ruhe und des Nachdenkens zu integrieren. Er begibt sich in die Rolle des Sehers oder Propheten, der Wahrheit und Reinheit verkündet. Daher trifft solche Kunst oft auf völliges Unverständnis, verlangt sie doch die Bereitschaft, innezuhalten, zu schauen, zu deuten.

Rudi Wachs Skulpturen und Zeichnungen wollen anregen, nachzudenken, und vielleicht das nahegelegene Museumsquartier zu besuchen.
 

Rudi Wach, geboren 1934 in Hall in Tirol, besuchte die Bundesgewerbeschule in Innsbruck, sein erster Lehrer dort war Hans Pontiller.

In der Folge studierte Wach an der Accademia di Brera in Milano bei Marino Marini. Erste Skulpturen der Serien „Wächter“ und „Mütter“ entstehen. Wichtige Impulse für sein Werk, in dem christliche Themen, die Verbindung von Mensch und Tier und die ästhetische und religiöse Entwicklung eine bedeutende Rolle einnehmen, erhielt der Künstler von Hans Pontiller, seinem langjährigen Freund Alberto Giacometti und Mario Negri. In den 1970er Jahren entwickelte Rudi Wach neben der Bildhauerarbeit ein intensives Interesse für die Zeichnung.

Am Pitztaler Gletscher schuf er in 3.000 Meter Seehöhe die „Kapelle des weißen Lichts“, im Jahr 2007 wurde nach zwanzigjähriger Diskussion sein umstrittener Kruzifixus, der den Gekreuzigten ohne Lendenschurz zeigt, auf der Innsbrucker Innbrücke aufgestellt.