Peter Atanasow

MosaikZoom

U3-Station Erdberg
Peter Atanasov, stadteinwärts und stadtauswärts. 1991
Mosaik aus Keramikfliesen bemalt

Zu Anfang der 1990er Jahre, an der ehemaligen Endstation der U3, in Erdberg, als die Gegend zwischen Erdberg und Simmering und rund um die still vor sich hin verfallenden Gasometer noch weitgehend unbebaut war, die heutige Zentrale der Wiener Linien, die U-Bahn-Leitzentrale und der Turm der Wien Holding noch nicht standen, bauten die Wiener Linien die U-Bahn und hatten die Verlängerung nach Simmering bereits ins Auge gefasst.

In dieser städtebaulichen Entwicklungsphase plante Peter Atanasov sein Kunstwerk „stadteinwärts und stadtauswärts“. Auf zwei Wänden, die an den beiden Enden der U-Bahn-Station aufgestellt wurden und die von einem Punkt in der Nottendorfgasse aus beide zu sehen waren, erzählt der Künstler Geschichten von der Stadt und vom Land, die damals hier in Erdberg einander noch trafen.

Die großflächigen, starkfarbigen Zeichen und Symbole sind weithin sichtbar. An der stadteinwärts angebrachten Wand erzählt Atanasov von der weltoffenen, in alle Himmelsrichtungen orientierten Handelsstadt, von großen Häusern und einer langen, in die Antike zurückreichenden Geschichte der Stadt.

Das Mosaik musste wegen des Neubaus der Zentrale der Wien Holding von seinem ursprünglichen Standort entfernt werden. Die Gestaltung „stadtauswärts“, heute noch am ursprünglichen Aufstellungsort, zeigt die damalige U-Bahn-Endstation am Rande der Simmeringer Haide, die durch einen gelb blühenden Baum und eine blaue Blumenwiese, die man auch als die Wellen des Donaukanals lesen kann, symbolisiert wird.

Durch die fortschreitende Verbauung der ursprünglich brachliegenden Umgebung des Kunstwerkes ist der vom Künstler intendierte Blickwinkel nicht mehr erlebbar.

Durch Witterungseinflüsse haben die Keramikfliesen stark gelitten, teilweise fehlen sie bereits. Wir arbeiten an einem Konzept, um die beschädigten Stellen zu erneuern, die Haltbarkeit des Kunstwerkes zu sichern und den vom Künstler beabsichtigten Gesamteindruck durch eine Neuaufstellung des Bildes „stadteinwärts“ wiederherzustellen.

 

Peter Atanasov wurde 1949 in Bratislava, Tschechoslowakei, heute Slowakei, geboren. Er lebt seit 1958 in Wien. Er studierte an der Akademie für angewandte Kunst und an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Atanasovs Kompositionen sind stark von der Malerei Giottos und Cézannes geprägt; daher sind seine Werke streng komponiert und folgen einem logischen räumlichen Aufbau.

Viele seiner Bilder, so auch das Werk in Erdberg, vermitteln ein Gefühl der Sehnsucht nach idyllischer, arkadischer Landschaft und harmonischem Leben.

Peter Atanasov stellte in Österreich, Deutschland, Großbritannien und den USA aus und schuf das Wandbild in der Eingangshalle des Wohnparks Alt-Erlaa.