Christian Jankowski

Die große GesteZoom

„Die große Geste“

2014, (Installation)

Mit der Installation „Die große Geste“ von Christian Jankowski ist ein vielschichtiges, die gesamte U-Bahn-Station Donauspital umfassendes künstlerisches Projekt zu sehen.

Das Werk besteht aus 18 im Innen- wie im Außenraum des Verkehrsbauwerks platzierten Schrift- und Zeichenbildern, die sich mit grundsätzlichen Fragen von Auftragskunst bzw. Kunst-am-Bau befassen.

Das Werk soll anregen, über die Bedingungen öffentlicher Räume und die Rolle von Kunst in diesen zu reflektieren, und ermuntern, jegliche Zweckgebundenheit von Kunst zu überdenken.

Die Sätze und Markierungen sind keine fiktiven Aussagen, sondern Zitate aus Ausschreibungsunterlagen eines großen Kunst-am-Bau Wettbewerbs in einer anderen Stadt.

Technik
18-teilige Installation aus Schrift- und Zeichenbildern
Aluminiumblech, Edelstahl, beschichtet in den Farben Verkehrsrot, Weißaluminium und Graualuminium, verschiedene Maße

Die Installation von Christian Jankowski wurde in Kooperation von KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien und WIENER LINIEN realisiert.

www.koer.or.at

Christian Jankowski, 1968 in Göttingen geboren, Studium an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. Arbeit im Bereich der Aktions- und Medienkunst mit Film, Video, und Fotografie, aber auch mit Malerei, Bildhauerei und Installation. Er lebt in Berlin.

Jankowskis Werk umfasst performative Interaktionen des Künstlers mit nicht im Bereich der Kunst Tätigen, Arbeiten zwischen zeitgenössischer Kunst und der sogenannten „Welt außerhalb der Kunst“. Diese Interaktionen bieten einen Einblick in das populäre Verständnis von Kunst, indem sie viele der maßgeblichen Interessen an Kunst in der zeitgenössischen Gesellschaft – im Hinblick auf Lifestyle, Psychologie, Rituale und Feste, Selbstbild, Wettbewerb, massenproduzierte Waren und Luxusgüter – verarbeiten.

Jankowski hat im Laufe der Zeit u. a. mit Zauberern, Politikern, Nachrichtensprechern und Mitgliedern des Vatikans zusammengearbeitet. Stets wird dem Kontext der Interaktion und den Mitwirkenden eine gewisse Kontrolle darüber eingeräumt, wie sich Jankowskis Arbeit entwickelt und welche endgültige Form sie annimmt. Dass Jankowski diese performativen Kollaborationen mithilfe massenmedialer Formate wie Film, Fotografie, Fernsehen und Zeitung dokumentiert, in denen die Kontexte, in welchen er seine Werke inszeniert, beheimatet sind, macht den populistischen Reiz seines Werks aus. Jankowskis Arbeiten können sowohl als Spiegelung, Dekonstruktion und Kritik einer Gesellschaft des Spektakels verstanden werden als auch als Spiegelung, Dekonstruktion und Kritik einer Kunst, die selbst Teil einer Gesellschaft des Spektakels geworden ist und damit ihr kritisches Potenzial zu verlieren droht.

Christian Jankowski wurde zu zahlreichen Einzel- und Gruppen-ausstellungen eingeladen, und seine Werke sind in vielen internationalen Sammlungen vertreten. Von den jüngsten Einzelpräsentationen zu nennen sind Heavy Weight History, CCA Schloss Ujazdowski, Warschau (2013), Llorando por La Marcha de la Humanidad, Sala de Arte Público Siqueiros, Mexiko-Stadt (2012), Casting Jesus, MACRO, Rom (2012), The Finest Art on Water, Frieze Art Fair, London (2011), Now For Something Completely Different, BAWAG Foundation, Wien (2009), und Dienstbesprechung, Kunstmuseum Stuttgart (2008). Der Künstler hat 1999 und 2013 an der Biennale in Venedig teilgenommen und war 2002 auch auf der Whitney Biennial vertreten. Christian Jankowski wird hauptsächlich von der Lisson Gallery in London, der Friedrich Petzel Gallery in New York und Proyectos Monclova in Mexiko-Stadt vertreten.