Kurt Hofstetter

Planet der Pendler mit den 3 ZeitmondenZoom

„Planet der Pendler mit den 3 Zeitmonden“ von Hofstetter Kurt, eröffnet am 4.März 1993, ist das älteste permanente Video-Computer-Kunstwerk im öffentlichen Raum in Österreich.

Auf einem Bildschirm sehen wir die quadratischen Fußbodenplatten, mit denen der Verbindungsgang zwischen U-Bahn und S-Bahn ausgelegt ist, und die vielen Pendlerinnen und Pendler, die den kreisförmigen Aufnahmebereich der Kamera mit Fisheye-Objektiv queren, und hören deren von einem Mikrofon aufgenommen Schritte. Der Pendler-Planet, das Zentralgestirn am Bildschirm, wird umkreist von drei Zeitmonden, die die aktuelle Uhrzeit (Stunden, Minuten, Sekunden) zeigen.

Video, Tonübertragung und Uhr werden von einem sehr einfachen Computer mit minimalem Stromverbrauch gesteuert. Die digitalen Bauelemente sind so grundlegend einfach, dass sie jederzeit wiederhergestellt bzw. erneuert werden können (was bis heute nicht notwendig geworden ist).

Die Bewegungen der PendlerInnen assoziiert Hofstetter Kurt mit den Schwingungen eines Pendels. Das Pendelgesetz besagt, dass ein Pendel sich um so langsamer bewegt, je länger es ist, und dass daher ein unendlich langes Pendel still steht. Ein derartiges Pendel deutet Hofstetter Kurt mit zwei parallelen Metallstäben an, die für zwei parallele Linen stehen, die sich, unendlich verlängert, erst im Unendlichen treffen.

www.sunpendulum.at

 

 

Hofstetter Kurt, geboren 1959 in Linz, ist Künstler, Mathematiker und Komponist. Er studierte Mathematik, Programmiersprachen und Musik. Sein künstlerisches Schaffen kreist um die Zentralbegriffe Parallelität und Kreislauf.

Die Installationen „Sunpendulum“ beobachten an vielen Orten der Welt, unter anderem in Wien, Karlsruhe, Hawai, Bermuda, New Delhi den Himmel und übertragen die Bilder in Echtzeit auf die Bildschirme der parallelen, zusammengeschalteten Installationen, sodass an jedem der Orte der Sonnenstand an allen anderen Orten beobachtet werden kann: Zeit und Ort verschmelzen in der digitalen Welt in einem einzigen Beobachterstandpunkt.

Am ehemaligen Südbahnhof war Hofstetter Kurts Installation „Einen Augenblick Zeit“ zu sehen: ein überdimensionales Auge, dessen Lid sich im Sekundentakt öffnete und schloss. An der Ecke Lange Gasse und Laudongasse ist Hofstetters Werk „N.I.C – Nature is cool“ aufgestellt.

Webseite Kurt Hofstetter