Stephan Huber

Landkarte U2 StationZoom

U2-Station Aspern-Nord, Ostbahnbegleitstraße, 1220 Wien

Zweimal wurde in Aspern Weltgeschichte geschrieben: Im Jahr 1809 erfuhren Napoleons europäische Großmachtträume auf dem Schlachtfeld ihre erste Niederlage, und im Jahr 1912 eröffnete mit dem „Flugfeld Aspern“ der damals größte und modernste Flughafen Europas.

Stephan Huber visualisiert diese beiden Ereignisse collageartig in seinen beiden Landkarten und verknüpft sie mit der Geschichte Wiens des frühen 19. und 20. Jahrhunderts. Ausgewählte auf den Landkarten behandelte Personen erscheinen in Form von „Lebenslinien“ mit ihrem Geburts- und Sterbedatum auf den Fenstern der Station.

Mit diesem Kunstwerk legt der Künstler seine persönliche Sicht der Objektivität von Kartografie dar: die „Wiener Karten“ beinhalten eine Vielfalt an Information, die dem interessierten Betrachter immer wieder neue Entdeckungen bieten. Dadurch entsteht ein komplexes, lebendiges Gebilde im öffentlichen Raum, das den Betrachter zu einem Diskurs über seine Stadt einlädt.

Technik:
2 Landkarten je 1000 x 600 cm, Fotopapier hinter Glas
Lebenslinien auf den Stationsfenstern, Einbrennlackierung auf Glas

Die Installation von Stephan Huber ist ein Kooperationsprojekt von den WIENER LINIEN und KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien.

Die beiden Landkarten von Stephan Huber wurden interaktiv so programmiert, dass das Bildmaterial und die Informationen im Detail vergrößert werden können. Damit ist es möglich, alle – auch die höher gelegenen – Bildelemente der Karten einzusehen.

 



 

Stephan Huber wurde 1952 in Lindenberg im Allgäu geboren. Er lebt und arbeitet in München und im Allgäu. Sein Werk umfasst neben Objekten und Installationen auch Grafiken, Filme und performative Projekte. Seine Arbeiten sind durch eine reiche erzählerische Sprache gekennzeichnet, die ihre autobiografischen, kunsthistorischen, politischen oder literarischen Bezüge zu prägnanten archetypischen Bildern verdichtet.

Zu seinen markantesten Werken kristallisierten sich seit den späten 1990er-Jahren kartografische Tafeln und Bergskulpturen heraus: Collagen echter und erfundener Landkarten, in denen sich persönliche Erlebnisse, Erfahrungen, Wünsche und Prägungen in einer fiktiven räumlichen Ordnung und in anspielungsreichen topografischen Bezeichnungen niederschlagen: Naturformen werden zu Kunstformen, über die genaueste Darstellung der Welt in kartografischen Bildern wird ein subjektives System gelegt, Weltgeschichte und biografische Geschichte verschmelzen zu einer poetisch-surrealen, aber auch erkenntnistheoretischen Konstruktion.

In seinen Landkarten arbeitet Stephan Huber assoziativ und oft in Gegensätzen, mehrdeutig und bisweilen ironisch, aber immer mit lustvoller Intellektualität.

Zu sehen waren Stephan Hubers Arbeiten u. a. im Lenbachhaus München (2013), im Bonner Kunstmuseum (2013), in der Hamburger Kunsthalle (2012), im Kunsthaus Graz (2011), im Kunstmuseum Aarhus (2010), in der Kunsthalle Wien (2009), im MUMOK Wien (2006), im Frac Lorraine (2005), auf der Biennale di Venezia (1999), im Power Plant Toronto (1989) und auf der documenta 8 (1987).

Seit 1990 entstanden auch markante Werke im öffentlichen Raum. Seit 2004 ist Stephan Huber Professor für Bildhauerei an der Akademie der bildenden Künste in München.

Webseite Stephan Huber