Linienkreuz U2/U5 – Erstmaliger „Blick in den Untergrund“


Trasse und Stationen fixiert - Start der BürgerInnen-Information

Mit der Fixierung der Trasse und der Stationen der ersten Baustufe beginnt für eines der größten U-Bahn-Projekte in der Geschichte der Stadt Wien eine entscheidende Phase. Erstmals ist jetzt ein Blick in den „Untergrund“ möglich: 3D-Visualisierungen geben einen Eindruck, wie die Stationen unterirdisch aussehen werden und wo es in Zukunft an die Oberfläche geht. „Alle Wienerinnen und Wiener sind eingeladen, ihre neuen U-Bahn-Linien zu entdecken“, so Öffi-Stadträtin Ulli Sima und Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz.

Immer mehr Menschen setzen auf einen Mix aus verschiedenen Verkehrsmitteln, um ihre alltäglichen Wege zurückzulegen. „Wir haben uns das Ziel gesetzt, dass 2025 80 Prozent der Wege in Wien mit den Öffis, dem Rad oder zu Fuß zurückgelegt werden. Mit der U2-Verlängerung Richtung Süden und der neuen U5 schaffen wir einen weiteren Anreiz, auf die Öffis umzusteigen. Und: Wir entlasten mittelfristig alle U-Bahn-Linien um bis zu 20 Prozent und die sieben U-Bahn- und S-Bahnknoten werden bis zu einem Drittel entlastet“, so Maria Vassilakou. „Zusätzlich wollen wir die Gelegenheit nutzen, entlang der neuen Trasse Verbesserungen im öffentlichen Raum rund um die Stationen zu erzielen.“

„Wien wächst und wir haben zeitgerecht die Weichen gestellt. Mit dem Linienkreuz U2/U5 sorgen wir dafür, dass das Öffi-Netz mitwächst und Wien auch in Zukunft gut verbunden bleibt. Was bisher eine Linie im Stadtplan war, nimmt jetzt konkrete Gestalt an“, erklärt Öffi-Stadträtin Ulli Sima bei der heutigen Präsentation des Trassenplans: „Ohne Umsteigen in weniger als 6 Minuten vom Rathaus zum Matzleinsdorfer Platz oder bei der Neubaugasse in die U2 einsteigen – Wien bekommt neue Lebensadern, die die umweltfreundliche Mobilität in der Stadt auch künftig für alle garantieren“, so Ulli Sima.

Neue Stationen: Highlights unter und über der Erde

Eines der Highlights ist die Station Neubaugasse: Hier wird nicht nur die U2 in einer Tiefe von rund 37 Metern die U3 queren, sondern nach der Station Stephansplatz auch die zweit-frequentierteste Station im Wiener U-Bahn-Netz entstehen. Die neuen Stationen Frankhplatz und Rathaus werden die Fahrgastfrequenz der Station Schottentor um etwa ein Drittel reduzieren und diesen Umsteigeknoten auch ohne bauliche Maßnahmen deutlich entlasten.

Mit der Station Reinprechtsdorfer Straße entsteht die erste U-Bahn-Station im Herzen des fünften Bezirks, wo die WienerInnen in ein paar Jahren in der Spengergasse und am Siebenbrunnenplatz in die U2 einsteigen können. Die Station Matzleindsdorfer Platz wird neben dem Hauptbahnhof und dem Bahnhof Meidling zu einem dritten Umsteigeknoten im Süden von S-Bahn zur U-Bahn mit Ausgängen im 10. und 5. Bezirk. Dies bedeutet auch bessere Verbindungen für PendlerInnen und ist ein weiterer Anreiz, das Auto stehen zu lassen.

Probebohrungen mit erwarteten Ergebnissen

Die ersten 46 Probebohrungen haben die erwarteten Ergebnisse gebracht und lassen den Schluss zu, dass im Untergrund mit keinen Überraschungen zu rechnen ist. Bis Ende Oktober werden entlang der Trasse weitere 63 Bohrungen zur Detailanalyse durchgeführt.

Ab Mai 2016: Informationen aus erster Hand

Ab Mitte Mai ermöglicht die Ausstellung „Wien! In Arbeit…“ in der Wiener Planungswerkstatt einen Blick hinter die Kulissen. Die Planung und Errichtung neuer U-Bahn-Strecken im innerstädtischen Bereich ist eine überaus komplexe Herausforderung. ExpertInnen der MA18 und der Wiener Linien laden die WienerInnen zum Gespräch und bieten Informationen aus erster Hand. In weiterer Folge sind Info-Aktionen in verschiedenen Bezirken geplant. Informationen und Termine unter: http://tinyurl.com/Wien-In-Arbeit.

Neues BesucherInnenzentrum in der U5-Station Volkstheater

In der künftigen U5-Station Volkstheater ist währenddessen ein BesucherInnenzentrum im Entstehen, in dem sich alles rund um Planung und Bau des Linienkreuzes drehen wird. „Eine neue U-Bahn wird nicht jeden Tag gebaut, da ist das Interesse natürlich groß. Wir bauen auf umfassende Information und direkten Kontakt mit den AnwohnerInnen. Nicht nur in der weiteren Planungsphase, sondern auch nach Baubeginn wird das `Forum Volkstheater` allen Interessierten offenstehen“, erklärt Günter Steinbauer, Geschäftsführer der Wiener Linien.

Das Projekt im Überblick

Um die Zielsetzungen der Wiener Mobilitätspolitik umzusetzen und die öffentlichen Verkehrsmittel noch attraktiver zu machen, wird laufend in das Netz investiert, werden Intervalle verdichtet und bestehende Strecken verlängert. Netzanalysen und Varianten-untersuchungen haben ergeben, dass mit der Realisierung des Linienkreuzes U2/U5 aktuell stark frequentierte Linien bestmöglich entlastet werden können. Jeder dritte Fahrgast der Wiener Linien ist derzeit im Einzugsbereich von 13A, 43, 6, U6 und U3 unterwegs.

Durch den innerstädtischen Lückenschluss werden sich die Fahrgäste gleichmäßiger im Netz verteilen. Noch 2018 wird mit der Verlängerung der U2 ab dem Rathaus sowie mit dem Bau des ersten Teilstücks der U5 zum Frankhplatz/Altes AKH begonnen. Die Eröffnung der ersten Abschnitte des U2-Südastes und der neuen U5 sind für Ende 2023 geplant. Insgesamt werden neun Kilometer neu gebaut, davon sechs für die U2 und drei für die U5, sowie 11 neue Stationen.

Investitionen ins Netz sichern Arbeitsplätze

Der U-Bahn-Bau bringt nicht nur positive Auswirkungen für Fahrgäste und Umwelt, sondern schafft und sichert tausende Arbeitsplätze über viele Jahre. In der ersten Bauphase – die Verlängerung der U2 bis zum Matzleinsdorfer Platz und der Bau der U5 bis Frankhplatz/Altes AKH – entstehen bei einer Investitionssumme von rund 950 Millionen Euro über 16.000 Arbeitsplätze. Insgesamt werden beim Linienkreuz U2/U5 pro 100 Millionen Euro rund 1.700 Vollzeit-Arbeitsplätze geschaffen.