FLEXITY: Die Tests biegen auf die Zielgerade ein


Derzeit Schulungsfahrten im gesamten Netz – Fahrgastbetrieb Ende des Jahres

FLEXITY: Fahrschule am SchwarzenbergplatzZoom

In den vergangenen Monaten wurde der FLEXITY auf Herz und Nieren getestet. Jetzt biegt unsere neue Niederflur-Straßenbahn auf die Zielgerade ein.

Schon mehr als 4.000 Kilometer haben die mittlerweile zwei Garnituren höchst erfolgreich hinter sich gebracht, unzählige Tests wurden in der Hauptwerkstätte der Wiener Linien durchgeführt.

Spätestens Ende des Jahres sollen die Züge dann vom Bahnhof Favoriten aus zuerst auf der Linie 67 im Fahrgastbetrieb unterwegs sein.

 

Zu Jahresbeginn starteten die Wiener Linien die Vorbereitungen für den offiziellen FLEXITY-Fahrgastbetrieb. Zunächst wurden die zwei Fahrzeuge intensiven Tests in der Hauptwerkstätte in Simmering unterzogen – inklusive einem Allwettertest im Klima-Wind-Kanal.

Seit Ende Juli sind die zwei Fahrzeuge in regelmäßigen Abständen bereits im Wiener-Linien-Netz zu sehen – zur Freude der künftigen Fahrgäste. Unzählige Schnappschüsse und Videos beweisen, dass die derzeit im gesamten Netz durchgeführten Schulungsfahrten der Wiener-Linien-Fahrschule nicht unbemerkt geblieben sind.

v.l.n.r.: Geschäftsführer Bombardier Austria Christian Diewald, Öffi-Stadträtin Ulli Sima und Wiener-Linien-Geschäftsführer Günter Steinbauer. © PID/KromusZoom

Öffi-Stadträtin Ulli Sima freut sich im Rahmen einer Schulungsfahrt entlang der Ringstraße auf den baldigen Fahrgasteinsatz der Niederflurfahrzeuge: „Mit dem FLEXITY wird die Straßenbahn-Flotte der Wiener Linien um ein echtes Top-Fahrzeug erweitert. Die neuen Züge tragen zu noch mehr Barrierefreiheit in unserem Straßenbahnnetz und noch umweltfreundlicheren Öffis bei."

Wiener-Linien-Geschäftsführer Günter Steinbauer betont: „Wir sind mit den aktuellen FLEXITY-Testergebnissen mehr als zufrieden. Ich bin davon überzeugt, dass auch unsere Fahrgäste ihre Freude daran haben werden. Neuartige Eltern-Kind-Sitze, zusätzliche Rollstuhl- und Kinderwagenplätze und natürlich serienmäßige Klimaanlagen bei gleichzeitig höchster Energieeffizienz werden für noch mehr Komfort sorgen.“

 

Barrierefreiheit: weltweit niedrigste Einstieghöhe

Doch es dauert nicht mehr lange, bis der FLEXITY von den Fahrgästen von innen ganz genau inspiziert werden kann: Spätestens Ende des Jahres soll der Fahrgastbetrieb aufgenommen werden. Die am Bahnhof Favoriten stationierten Züge kommen dann zuerst auf der Linie 67 zum Einsatz.

Insgesamt 119 Garnituren – zwischen 15 und 23 Stück pro Jahr – kommen bis 2025 hinzu und ersetzen sukzessive die Hochflur-Straßenbahnen. Die Wiener Linien investieren in die Beschaffung von mindestens 119 bzw. optional 37 weiteren Fahrzeugen (abhängig von Netz- und Fahrgastentwicklung) sowie einen Wartungsvertrag mit Hersteller Bombardier 562 Millionen Euro.

Mit einer Einstiegshöhe von 215 Millimetern wird Wien auch in Zukunft die weltweit niedrigste Einstiegshöhe bei Straßenbahnen bieten.

Schon mehr als 4.000 Kilometer auf dem Wagenkasten

Im Cockpit des FLEXITYZoom

TechnikerInnen, MechanikerInnen und IT-ExpertInnen haben die Fahrzeuge in den vergangenen Monaten auf Herz und Nieren getestet. Mehr als 4.000 Fahrkilometer haben die zwei FLEXITY-Bims schon erfolgreich abgespult.

Bevor es für die neuen Niederflurfahrzeuge im März 2018 zu Testzwecken das erste Mal überhaupt ins Straßenbahnnetz ging, standen in der Wiener-Linien-Hauptwerkstätte in Simmering unzählige Arbeiten und Tests auf dem Programm: Gemeinsam mit den ExpertInnen von Bombardier wurden Antriebssteuerung, Brems- und Beschleunigungsverhalten genauestens überprüft sowie Lärm- und Akustikmessungen durchgeführt.

Der Klimakammertest durfte ebenso wenig fehlen wie die Vermessung und Bearbeitung der Räder. Das Fahrzeug wurde auf die Bedürfnisse der FahrerInnen angepasst und diverse Behindertenverbände wurden in die Testreihen eingebunden.

 

Im Sommer haben die Wiener Linien die notwendige Betriebsbewilligung bei der zuständigen Behörde der Stadt Wien (MA64 – Rechtliche Bau-, Energie-, Eisenbahn- und Luftfahrtangelegenheiten) eingereicht. Nach der erfolgreichen Bewilligung dürfen die FLEXITY-Garnituren auch im Fahrgastbetrieb eingesetzt werden.

Spätestens Ende 2018 im Fahrgastbetrieb unterwegs

Bis der FLEXITY den Betrieb mit Fahrgästen aufnimmt, stehen noch Schulungsfahrten an. Insgesamt 60 FahrerInnen drehen bereits seit Wochen unter Aufsicht so genannter Instruktoren (FahrlehrerInnen) ihre Runden im gesamten Netz und lernen dabei ihren neuen Arbeitsplatz kennen. Neben einer Praxiseinheit auf der Straße stehen Theorieeinheiten inklusive Wagenkunde auf dem Stundenplan.

Der FLEXITY auf einen Blick:

  • Anzahl Fahrzeuge: mind. 119 Stück (Option auf weitere 37 Stück)
  • Auftragsvolumen: 562 Millionen Euro inkl. Wartungsvertrag für 24 Jahre
  • Länge / Breite: 34 Meter / 2,40 Meter
  • Kapazität: 211 Fahrgäste
  • Einstiegshöhe: 215 Millimeter
  • Rollstuhlplätze: 2 Stück
  • Kinderwagenplätze: 8 Stück

Film: der Flexity unterwegs am Ring

 

Publiziert am: 13.09.2018