Linienkreuz U2/U5 steht in den Startlöchern


Erste Bauarbeiten 2018 – U5 soll frühestens 2024 unterwegs sein

Mit dem Linienkreuz U2/U5 startet 2018 das wichtigste Zukunftsprojekt für die Öffis in Wien: Ab der Station Rathaus bekommt die U2 in Richtung Süden eine komplett neue Linienführung. Die neue Strecke führt dann über die Stationen Neubaugasse, Pilgramgasse und Reinprechtsdorfer Straße bis zum Matzleinsdorfer Platz. Mit der U5 bekommt Wien außerdem seine erste vollautomatische U-Bahn. Sie wird die bestehende U2-Strecke zwischen Karlsplatz und Rathaus übernehmen und in einem ersten Schritt bis zum Frankhplatz verlängert.

„Wieder im Zentrum zu bauen war eine mutige und vorausschauende Entscheidung für die Zukunft der Stadt. Das Linienkreuz U2/U5 hebt das innerstädtische U-Bahn-Netz auf eine neue Ebene: Stark frequentierte Linien werden entlastet, Kapazitäten für die Zukunft der wachsenden Stadt geschaffen und neue Verbindungen und Verkehrsknoten bringen kürzere Reisezeiten für alle Wienerinnen und Wiener“, so Wiener-Linien-Geschäftsführer Günter Steinbauer im Rahmen einer Pressekonferenz, bei der er einen Ausblick über den weiteren Projektverlauf gab.

Im Sommer 2017 wurde das Planungsprojekt für das Linienkreuz von der MA18 abgeschlossen und an die Wiener Linien übergeben. In wenigen Monaten wurden seither die Unterlagen fertiggestellt und alle Teilprojekte zur Bewilligung eingereicht. „Das war ein Kraftakt, für den ich mich an dieser Stelle auch bei allen meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bedanken möchte. Wir wissen alle, dass unsere Stadt dieses U-Bahn-Projekt braucht. Je früher desto besser“, so Steinbauer.

Spatenstich 2018 am Matzleinsdorfer Platz und bei der Station Pilgramgasse

Die ersten U-Bahn-Bauarbeiten starten südlich des Matzleinsdorfer Platzes und bei der Pilgramgasse: Um den Startschacht für die Tunnelbohrmaschine zeitgerecht herzustellen und Synergien mit der U4-Modernisierung zu nutzen, soll bei diesen beiden Stationen bereits im Herbst 2018 mit dem Bau begonnen werden.

Bei allen anderen Stationen finden 2018 weitere Vorarbeiten statt: Kanal, Strom-, Gas-, Wasser- und Telekommunikationsleitungen müssen von den jeweiligen Betreibern neu verlegt werden, um für den Bau der künftigen U-Bahn-Station Platz zu machen. Mit dem U-Bahn-Bau wird dort frühestens 2019 gestartet.

U5 soll ab 2024 fahren – U2 folgt rund zwei Jahre später

Nach rund fünfjähriger Bauzeit soll die U5 als erste vollautomatische U-Bahn-Linie Wiens voraussichtlich 2024 den Betrieb aufnehmen. Die Verlängerung der U2 bis Matzleinsdorfer Platz wird rund zwei Jahre länger dauern: „Die Detailplanung hat gezeigt, dass wir bei den neuen U2-Stationen von einer rund siebenjährigen Bauzeit ausgehen müssen. Wir liegen hier nicht nur überall sehr tief, sondern schließen auch bei fast jeder Station an bestehende Verkehrsknoten an“, erklärt Steinbauer.

Mit 30 bis 35 Metern werden die neuen U2-Stationen zu den tiefsten im Wiener-U-Bahn-Netz gehören. Die Stationen Rathaus (U5/U2), Neubaugasse (U3/U2) und Pilgramgasse (U4/U2) werden zu wichtigen U-Bahn-Knoten und beim Matzleinsdorfer Platz entstehen die U2-Bahnsteige unter der heutigen S-Bahn- und Straßenbahnstation.

Öffi-Netz muss bereits während der Bauzeit neu gedacht werden

Für den Bau bringen neue Stationen bei bestehenden Verkehrsknoten aber natürlich besondere Herausforderungen mit sich. „Dass unsere Fahrgäste auch während der Bauarbeiten gut unterwegs sind, hat für uns einen hohen Stellenwert. Wir können zwar nicht zaubern, aber wir können kreative Lösungen finden“, so Steinbauer.

Die U3 wird den Fahrgästen die gesamte Bauzeit über zur Verfügung stehen, während darunter - in einer Tiefe von rund 35 Metern - die Bahnsteige für die U2-Station Neubaugasse entstehen. Auch die Straßenbahnlinien 43 und 44 werden immer unterwegs sein, obwohl sie direkt über der künftigen U5-Station Frankhplatz verlaufen. Dasselbe gilt für die Straßenbahnlinie 2, die den Baustellenbereich für die Knotenstation von U2 und U5 quert und alle Linien, die am Matzleinsdorfer Platz halten (6, 18, 62, WLB, S-Bahn).

Anders gestaltet es sich beim bisherigen U2-Abschnitt zwischen Schottentor und Karlsplatz, sowie bei der U4-Station Pilgramgasse, wo längerfristige Einschränkungen unumgänglich sind. „Die Wienerinnen und Wiener werden in dieser Zeit manche ihrer Wege neu denken müssen. Wir werden sie dennoch gut an ihre Ziele bringen“, so Steinbauer.

U2 endet für rund 2 Jahre beim Schottentor

Die U2 bekommt ab der Station Schottentor eine neue Strecke und die künftige U5 muss an den bisherigen U2-Tunnel anschließen. Die erforderlichen Arbeiten, um diese neuen Verknüpfungen herzustellen und die bestehende Station Rathaus baulich auf die Unterquerung durch die neue U2-Strecke vorzubereiten, sind ohne Betriebseinstellung in diesem Abschnitt nicht realisierbar.

Wenige Monate nach Beginn der Arbeiten bei den Stationen Rathaus und Frankhplatz muss die U2 aus der Seestadt kommend deshalb ab Sommer 2019 für rund zwei Jahre beim Schottentor enden. In dieser Zeit werden bereits die Bahnsteigtüren bei den künftigen U5-Stationen installiert. Ab Herbst 2021 soll die U2 wieder wie gewohnt bis Karlsplatz fahren, bis ihre neue Strecke zum Matzleinsdofer Platz fertiggestellt ist.

U4-Station Pilgramgasse wird ein Jahr lang ohne Halt durchfahren

Für die Arbeiten bei der Station Pilgramgasse werden Synergien mit der U4-Modernisierung genutzt: Während die U4 in den Sommerferien 2019 zwischen Karlsplatz und Längenfeldgasse modernisiert wird und daher eingestellt ist, werden auch Arbeiten für die künftige U2-Station erledigt. Davor und danach wird die U4 aber während der gesamten Bauzeit unterwegs sein.

Lediglich die Station Pilgramgasse muss ab Februar 2019 ein Jahr lang ohne Halt durchfahren werden. In dieser Zeit wird die gesamte Station Pilgramgasse abgetragen, neu errichtet und das südliche Stationsgebäude so gestaltet, dass auch die künftigen U2-Bahnsteige über diesen Zugang direkt erreicht werden können. Das Otto-Wagner-Gebäude auf der Pilgrambrücke bleibt erhalten.

Bild: Architekt Mossburger | OLN - office le nomade