Wien bekommt eine fahrerlose Autobuslinie


Von der Teststrecke bis zum Linienbetrieb: Forschungsprojekt soll Effizienz und Betriebssicherheit autonomer Fahrzeuge erhöhen

Wien bekommt eine fahrerlose Autobuslinie: Ein entsprechendes Forschungsprojekt wird mit Mitteln des Verkehrsministeriums gefördert, wie heute bekannt wurde. Autonomes Fahren ist ein Megatrend, der das Potenzial hat, Städte nachhaltig zu verändern. Als öffentlicher Verkehrsanbieter werden die Wiener Linien hier vorne mit dabei sein.

Testbetrieb in der Seestadt

Im Projekt auto.Bus Seestadt arbeiten die Wiener Linien, das AIT Austrian Institute of Technology, das KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit), der TÜV AUSTRIA sowie die SIEMENS AG Österreich und der französische Bushersteller NAVYA gemeinsam an der technologischen und rechtlichen Weiterentwicklung von autonomen Kleinbussen.

Ziel ist die nachhaltige Erhöhung der Effizienz und der Betriebssicherheit autonomer Fahrzeuge, um letztlich eine Buslinie in der Seestadt unter realen Bedingungen betreiben zu können – mit Haltestellen, Fahrplan und echten Fahrgästen.

Französischer Hersteller entwickelt automatischen Bus in Wien weiter

Auf dieser ersten vollautomatischen Buslinie wird der Kleinbus NAVYA ARMA unterwegs sein. Er bietet Platz für bis zu 11 Fahrgäste, wird von einem Elektromotor angetrieben und ist schon heute auf verschiedenen Teststrecken unterwegs.

Für den vollautomatischen Betrieb muss der kleine Bus aber noch große Schritte tun: „Noch steckt der Bus in den Kinderschuhen, in Wien soll er erwachsen werden", fasst Wiener-Linien-Geschäftsführer Günter Steinbauer das gemeinsame Ziel zusammen.

Einbindung in Betriebsmanagement

Das umfangreiche Projektkonsortium lässt erahnen, wie komplex dieses Unterfangen ist. Ebenso wichtig wie die Weiterentwicklung der Sensorik sind die Akzeptanz durch die Fahrgäste, die erforderlichen rechtlichen Rahmenbedingungen sowie die funktionale Sicherheit und IT-Sicherheit der eingesetzten Systeme. Diese Aspekte sollen im Projekt untersucht werden, um letztlich die effiziente Einbindung fahrerloser Fahrzeuge in das multimodale Verkehrssystem und das Betriebsmanagement eines Verkehrsunternehmens zu ermöglichen.

In Wien soll der Bus lernfähig und kommunikativ werden

Mit österreichischem Know-How soll der Bus „lernfähig" und „kommunikativ" werden: „Wir entwickeln Lösungen, wie VerkehrsteilnehmerInnen und der Bus sicher miteinander interagieren. Dazu wollen wir dem Bus durch Machine Learning beibringen, wie er Personen und Objekte zuverlässig erkennen kann", erklärt Wolfgang Ponweiser vom AIT. Außerdem soll sowohl für die Fahrgäste im Bus als auch für andere VerkehrsteilnehmerInnen nachvollziehbar werden, was der Bus wahrnimmt und welches Fahrmanöver deshalb zu erwarten ist.

Das Projekt startet im Sommer 2017. Bevor der Bus Anfang 2018 nach Wien kommt, müssen allerdings noch zahlreiche rechtliche und regulatorische Fragen geklärt werden. Nach rund einem Jahr Entwicklungszeit soll der Bus dann 2019 den Linienbetrieb in der Seestadt aufnehmen.