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Otto Wagner & Stadtbahn

Otto Wagner Bauwerk

Otto Wagner & Wiener Stadtbahn

Was wäre Wien ohne Otto Wagners Stadtbahnbauten, die Stationen, Brücken, Viadukte und die Geländer, die wie ein Wien-Logo funktionieren. Das rund 100 Jahre alte Verkehrsbauwerk Stadtbahn ist mit über 40 km Streckenlänge die größte Immobilie der Stadt. Sie ist hochkarätiges kulturelles Erbe, nicht museal konserviert oder umgewidmet, sondern in ursprünglicher Verwendung leistungsfähiger Bestandteil des U-Bahnnetzes der Wiener Linien.

Otto Wagner ist einer der einflussreichsten Architekten und Städtebauer. Er kam 1841 in Wien auf die Welt, lebte und baute in Wien und starb hier 1918. In Parametern der politischen Geschichte reicht Wagners Lebenszeit von der 1848er Revolution bis zum Zusammenbruch der Österreichisch-ungarischen Monarchie im Ersten Weltkrieg (1914 - 1918). Baugeschichtlich umfasst sie die dekorative Vielfalt des Ringstraßenstils (neogotisches Rathaus, neugriechisches Parlament, neobarocke Hofburg u.s.w.), den mal blumig üppigen, mal streng geometrischen Jugendstil, die Anfänge des sogenannten funktionalistischen Bauens und des Heimatschutzstils.

Wagner forderte, dass ein Architekt den Zweck eines Bauwerkes und die Bedürfnisse der Bewohner oder Benutzer genau zu erfassen habe. Bei Erfüllung von Zweck und Bedürfnis habe der Architekt schöpferisch mit der baukünstlerischen Tradition und den jeweils modernen Baumaterialien und Konstruktionsmethoden umzugehen. Auch Zweckbauten sah Wagner nicht als reine Ingenieursaufgaben an und hatte bei der Wiener Stadtbahn Gelegenheit, das Können der Eisenbahningenieure in Baukunst zu transformieren.

Als Verkehrsmittel war die Wiener Stadtbahn eine von vielen im 19. Jahrhundert in europäischen und nordamerikanischen Metropolen gebauten Schnellverbindungen, genannt Stadtbahn, Metro(politanbahn), Hoch- und Tiefbahn, Underground. Singulär war die Entscheidung der Wiener Bauherren, die gesamte architektonische Gestaltung und das Design der Möblierung in die Hand eines Baukünstlers zu geben. Die Fassaden der Stationen, die Brücken und Geländer, die grüne Beschriftung in Versalien, die Kassenschalter und Ablageständer, die Verlegungsmuster der Bodenplatten, die Stützen der Bahnsteigdächer, die Schutzgitter für die Verglasung der Türen und Fenster - alles haben Otto Wagner und seine Mitarbeiter entworfen. Das gab der Stadtbahn jene einheitliche künstlerische Gestalt, die es gestattet, das vielstrapazierte Lob "Gesamtkunstwerk" auf sie anzuwenden.

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