Wiener Linien und Umweltschutz

Die WIENER LINIEN sorgen für gute Luft, weniger Lärm und mehr Mobilität
Umweltschutz wie auf Schienen
In städtischen Ballungsräumen ist der öffentliche Verkehr unbestritten die wirtschaftlichste Alternative um das Bedürfnis nach Mobilität zu erfüllen, zugleich auch die umweltverträglichste. Die WIENER LINIEN erweisen sich als eine nachhaltige Antwort auf die weltweit diskutierte Verkehrsproblematik.
Mit einem Anteil von über 50 Prozent Grünflächen zählt Wien zu den grünsten Millionenstädten der Welt und wurde im Jänner 2003 vom internationalen Beratungsunternehmen Mercer Human Resource Consulting nicht umsonst zur zweitlebenswertesten Stadt der Welt gekürt.
Für dieses gute Verhältnis von Grünanlagen gegenüber Bau- und Verkehrsflächen sorgt vor allem auch eine Einrichtung, die im internationalen Vergleich ebenfalls Spitzenwerte erzielt, die WIENER LINIEN.
Im Jahr 2002 wurden 722,4 Millionen Fahrgäste bei den WIENER LINIEN gezählt, das heißt auf jeden Einwohner der Bundeshauptstadt kamen 466 Fahrten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln der Bundeshauptstadt. 300.000 Wiener waren 2002 Besitzer einer Jahreskarte, doppelt so viele wie 1991. Stellt man vereinfacht diesen beiden Zahlen die entsprechende Menge an privaten Autofahrten und PKW´s gegenüber, wird deutlich: Die WIENER LINIEN bedeuten Umweltschutz und mehr Lebensqualität für jeden einzelnen.
Täglich 1,5 Millionen weniger Autofahrten
Autofahren ist teuer, kostet Nerven und schädigt die Umwelt. Trotzdem zeigt die Entwicklung der Fahrleistung in Österreich einen starken Anstieg vor allem des Personenverkehrs. In Österreich wurden im Jahr 2000 knapp über 100 Milliarden sogenannte „Personenkilometer" zurückgelegt, davon mehr als zwei Drittel im motorisierten Individualverkehr (PKW, Mofa, Motorrad).
Gab es Anfang der siebziger Jahre knapp über 300.000 PKW´s in Wien, so sind es heute circa 700.000, das heißt, auf 2,3 Wiener kommt ein PKW. Auch wenn man die 300.000 Jahreskartenbesitzer vielleicht nicht 1:1 mit 300.000 mehr Autos ohne die WIENER LINIEN gleichsetzen kann, eine Zahl verdeutlicht was der Umwelt und den anderen Verkehrsteilnehmern täglich „entgeht": Die Gesamtzahl der Fahrgäste der WIENER LINIEN im Jahr 2002 entspricht zwei Millionen Passagieren täglich.
Die durchschnittliche Belegung von Kraftfahrzeugen im städtischen Bereich beträgt 1,3 Personen. Ohne das Angebot der WIENER LINIEN wären das mehr als 1,5 Millionen Fahrten mehr auf Wiens Straßen - wie gesagt, täglich. Und, um diese auch „fahren" zu lassen wäre der Bau weiterer zehn Südosttangenten notwendig.
Entgegen der landläufigen Meinung, dass die Industrie für Umweltschäden hauptverantwortlich ist, sorgt heute vor allem der Verkehr für schlechte Luft. Verkehr beeinträchtigt die Umwelt und damit auch unsere eigene Lebensqualität und Gesundheit in mehrfacher Hinsicht, vor allem aber durch Energieverbrauch, Flächenverbrauch, Schadstoffemissionen und Lärm.
Laut Umweltbundesamt war die Industrie im Jahr 2000 mit 37 Prozent zwar nach wie vor der größte CO2-Verursacher - dem wichtigsten Bestandteil der Treibhausgasemissionen, die Emissionen waren aber gegenüber 1990 „nur" um sieben Prozent gestiegen. Der Verkehr - 2000 mit 30 Prozent der zweitgrößte CO2-Emittent - verzeichnete im gleichen Zeitraum einen Zuwachs von 35 Prozent.
PKW-Verkehr ist Umweltsünder Nummer 1
Und es sind auch nicht die LKW´s, die als „Stinker" gelten - fast 50 Prozent der vom Verkehr verursachten CO2 Emissionen gehen auf das Konto der privaten Kraftfahrzeuge. Der Anteil der LKW´s an den verkehrsbedingten CO2-Emissionen lag laut Umweltbundesamt im Jahr 2000 bei 33 Prozent, neun Prozent werden vom Flugverkehr verursacht, nur zwei Prozent von Bahn und S-Bahn (Sonstige: Sieben Prozent).
Zwar wurden durch die in europäischen Richtlinien festgelegten Emissionsgrenzwerte für Personenkraftwagen und Lastkraftwagen sowie strengere Qualitätsanforderungen an Treibstoffe deutliche Fortschritte bei der Reduktion der Luftschadstoffemissionen erzielt. Die ebenso deutlich gestiegene Fahrleistungen macht diese Erfolge jedoch wieder wett. War im vergangenen Jahr 2002 die Zahl der neu zugelassenen PKW/Kombi in Österreich um 4,8 Prozent auf 279.493 gesunken, zeichnet sich für heuer wieder ein deutlicher Zuwachs an. Allein im Jänner 2003 stieg diese Zahl um 7,4 Prozent gegenüber dem Vergleichsmonat 2002.
Neben den Emissionen hat die weiter steigende Massenmotorisierung aber auch andere negative Faktoren: Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) hat errechnet, dass statistisch gesehen jeder Österreicher einmal in seinem Leben im Straßenverkehr verletzt wird, jeder zehnte sogar schwer. Jeder hundertste Österreicher wird laut VCÖ bei einem Unfall im Straßenverkehr getötet. Die Belastung der Atemluft soll nach Berechnungen der Weltgesundheitsorganisation WHO für mehr als 2.400 Todesfälle pro Jahr in Österreich verantwortlich sein.
Hoffnungsschimmer für gesunde Menschen in einer gesunden Umwelt ist, das neben der gestiegenen Fahrleistungen im motorisierten Individualverkehr in den letzten zehn Jahren auch jene im elektrischen öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV-el: U-Bahn, Straßenbahn, Bus) von etwa 4,5 Milliarden Personenkilometer auf über 6,3 Milliarden Personenkilometer gesteigert werden konnten.
Der Personen-Bahnverkehr musste in dieser Zeit einen Rückgang der Fahrleistung von über neun Milliarden Personenkilometer auf etwa 8,4 Milliarden hinnehmen. Seit Mitte der 70er-Jahre verzeichnen die WIENER LINIEN - ganz im Gegensatz zu Mitbewerbern in anderen Städten und trotz des parallel stattfindenen Autobooms - Fahrgastzuwächse. Mit einem Marktanteil von über 34 Prozent an allen Wegen der Wiener stehen die WIENER LINIEN im Spitzenfeld städtischer Verkehrsunternehmen in Europa.
Umweltschutz schont private und öffentliche Brieftaschen
Für viele Menschen ist Mobilität gleichbedeutend mit Automobilität und weit wichtiger als der Umweltschutz sind den Verkehrsteilnehmern die eigene Bequemlichkeit und die mit dem gewählten Transport verbundenen Kosten.
Nur dort, wo diese Kriterien als deutliche Vorteile der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel oder anderer Alternativen spürbar sind, wird auf das Auto verzichtet. Vom Forschungsverbund CITY:mobil, der sich aus fünf deutschen und österreichischen Instituten und Gesellschaften zusammensetzt, wurde das Konzept des „Least-Cost Transportation Plannings" entwickelt, um durch verbesserte Bewertungsverfahren der wahren Kosten aller Formen von Mobilität auch Grundlagen für fundiertere verkehrspolitische Entscheidungen zu schaffen.
Die These der Forschungsteilnehmer lautete: „Mit einem effizienteren Verkehrssystem, das stärker nach ökonomischen Kriterien gesteuert wird, sind auch ökologische Verbesserungen zu erwarten."
Im Zuge einer ähnlich ausgerichteten Untersuchung wurden von der UITP, dem Internationalen Verband für öffentliches Verkehrswesen, die Daten von 100 Weltstädten, darunter aus Österreich Wien und Graz, erhoben. Das wichtigste Ergebnis: Je höher der PKW-Anteil zur Erfüllung des individuellen Mobilitätsbedürfnisses, umso höher die Kosten für die Allgemeinheit.
Im Vergleich betragen diese in dichtbesiedelten Städten (über 20 Einwohner pro Hektar), wo über 50 Prozent der Mobilität zu Fuß, per Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln erfolgt, lediglich fünf bis sieben Prozent des BIP. In weniger dicht besiedelten, zerstreuten Stadtgebieten, wo die Mobilität mehrheitlich per PKW erfolgt, können die Kosten, die der Allgemeinheit aus dem Stadtverkehr erwachsen, auf bis zu 15 Prozent des BIP ansteigen. Pro Fahrgastkilometer erweist sich der öffentliche Verkehr mit einem viermal geringeren Energieverbrauch ebenfalls als klar wirtschaftlicher als das Auto, nicht gerechnet der geringere Flächenbedarf.
Aber auch der Blick in die eigene Brieftasche sollte überzeugen, dass Umweltschutz im Nahverkehr eindeutig auch billiger ist: In der letzten österreichweiten Konsumerhebung 1993/94 beliefen sich die durchschnittlichen Ausgaben für Verkehr auf 15,61 Prozent des monatlichen Haushaltsbudgets, 14,65 Prozent entfielen davon auf privaten Verkehr, 0,96 Prozent auf öffentlichen Verkehr.
Win-win für Ökologie und Ökonomie
Verkehrspolitik befindet sich stets im Spannungsfeld von Ökonomie und Ökologie, aber kein anderes System wie das eines effizienten und sozialen öffentlichen Nahverkehrs, wie es auch von den WIENER LINIEN praktiziert wird, schafft einen besseren Ausgleich dieser Interessen. Auch bei rein wirtschaftlicher Betrachtung ermöglicht kein anderes Transportmittel eine effizientere Erfüllung des Mobilitätsbedürfnisses bei gleichzeitiger Verringerung des Energieverbrauches und umweltschädlicher Emissionen - eine „win-win-Situation" für beide Seiten.
Wirtschaftliche Entwicklung und sozialer Wohlstand sind engstens mit Mobilität verbunden. Wirtschaft ist nicht ohne Handel, nicht ohne Transport denkbar. Egal ob es sich um kleinräumige Distanzen oder um global agierende Unternehmen handelt. Dabei geht es nicht nur um den Transport von Waren, sondern auch um die Verbindung zwischen Arbeits- und Wohnstätten. Eine gute Verkehrsanbindung ist ein wesentlicher Standort- und Produktionsfaktor was die höhere Attraktivität von Büros oder Betriebsstandorten „,mit U-Bahnnähe" deutlich belegt.
Das Angebot der WIENER LINIEN sichert die Funktionstüchtigkeit des Verkehrs in und rund um Wien und ermöglichen eine intakte Logistik der Wirtschaft, die Kosten spart. Untersuchungen des Verkehrsclub Österreich VCÖ zeigen, dass die jährlichen Stehzeiten in Wien im Durchschnitt 240 Stunden pro Person betragen. Die dadurch verursachten jährlichen Staukosten belaufen sich auf 1,84 Milliarden Euro pro Jahr.
ULF & Co. fahren ab auf Umweltschutz
Auch wenn ein gut organisiertes und nachhaltig geführtes Verkehrsunternehmen für sich schon auf der Haben-Seite der Ökobilanz einer Stadt steht, geben sich die WIENER LINIEN damit nicht zufrieden. In den letzten zehn Jahren konnte man jährlich mit Umwelt-Innovationen aufwarten. Innovation meint aber nicht nur die Einführung neuer Technologien, sondern auch die maßgebliche Beteiligung der WIENER LINIEN an deren Entwicklung.
Seit 1992 kommen sogenannte Niederflurbusse zum Einsatz, die von den WIENER LINIEN mitentwickelt wurden. Neben mehr Komfort durch stufenlosen Einstieg und elektronischer Fahrzielanzeige wurden gegenüber den bisher verwendeten Bussen auch Belüftung und Heizung deutlich verbessert.
Ein ähnliches Multitalent ist der vor fünf Jahren eingeführte Straßenbahntyp ULF (UltraLowFloor), der gemeinsam mit der heutigen Siemens SGP Verkehrstechnik entwickelt wurde und ebenfalls Vorteile für Fahrgast und Umwelt vereint: Eine vollkommen neu entwickelte, computergesteuerte Einzelradaufhängung ermöglicht den welt-niedrigsten Einstieg, der nur knappe 19 Zentimeter über der Straßenfläche liegt.
Da die Straßenbahn ohne Achse zwischen den Rädern auskommt, gibt es auch im Inneren keine Stufen oder Hindernisse. ULF steht aber auch für energiesparendes Fahren und verfügt neben einer Nutzstromheizung auch über die Möglichkeit, Energie ins Netz zurückzuspeisen - aktuell sind bereits über hundert ULF´s auf den WIENER LINIEN unterwegs.
Umweltschutzmaßnahmen der WIENER LINIEN 1992 bis 2002
- 1992 Erstmaliger Einsatz von Niederflurbussen
- 1992 Einsatz von schwefelarmen Dieselkraftstoffen auf allen dieselbetriebenen
Fahrzeugen der WIENER LINIEN - 1992 Erstmaliger Einbau einer sogenannten DDC-Regelung (optimiert die Ausnutzung
vorhandener Wärmequellen) bei den WIENER LINIEN. Bis heute wurden 80 Prozent der HKLS-Anlagen (Heizung, Klima, Lüftung, Sanitärtechnik) auf DDC-Regelung umgestellt, der Wärmeverbrauch damit um ca. 40 Prozent verringert - 1995 Beginn des Projektes „Wasserspararmaturen", durch das bis zum Jahr 2000 der Wasserverbrauch der WIENER LINIEN um 50 Prozent reduziert wurde
- 1995 Beginn des verstärkten Einsatzes von Wasserlacken auf allen Fahrzeugtypen
- 1996 Sämtliche Fahrzeugwaschanlagen wurden auf Wasserwiederaufbereitung umgestellt
- 1998 90 Prozent der Objekte der Wiener Linien sind auf Fernwärme umgestellt
- 1999 Beginn des Einbaus von Klapprampen in den Niederflurbussen, 2001 wurde das Projekt zu 100 Prozent verwirklicht
- 2000 100 Prozent der Busflotte ist auf reinen Flüssiggasbetrieb umgestellt und mit 3-Wege Katalysator ausgestattet
- 2001 Auszeichnung der WIENER LINIEN durch das Klimabündnis Österreich für Verdienste im Bereich Klimaschutz
- 2001 Inbetriebnahme der ersten Solaranlage für Wasserwiederaufbereitung bei den WIENER LINIEN
- 2001 Umstieg von dieselbetriebenen Hilfsfahrzeugen im Schienenbereich auf batteriebetrieben Hilfsfahrzeuge
- 2001 Das gesamte U-Bahnnetz wird auf energiesparende Fahrweise umgestellt
- 2002 Wo technisch sinnvoll, soll in den neu errichteten Stationen der U-Bahnlinie U2 Erdwärmenutzung zum Einsatz kommen



