Winter in Wien

Unser Winterdienst ist von 1. November bis 31. März aktiv

Die Wiener Linien bereiten sich jedes Jahr sehr gründlich darauf vor, auch in der kalten Jahreszeit – das heißt bei Glatteis oder Schneefall – einen möglichst ungestörten Betrieb aller Linien zu gewährleisten. Verantwortlich dafür ist unser Winterdienst, der immer von 1. November bis 31. März aktiv ist.

Nach dem Winter ist vor dem Winter

Unsere Vorbereitungen für den nächsten Winter beginnen bereits am Ende der abgelaufenen Wintersaison. Im April werden alle Maschinen und Geräte, die im Winterdienst eingesetzt wurden, gesäubert und gewartet.

Lange bevor es dann wieder kalt wird – wenn viele WienerInnen noch zu einem (spät)sommerlichen Bad in die Alte Donau springen – prüft unser Winterdienst dann schon wieder alle Geräte und Maschinen auf Herz und Nieren, damit am 1. November alles bereit ist. Auch das Material für den Winterdienst wird bereitgestellt; so werden etwa alle Depots und Streuwagen vorsorglich mit Splitt gefüllt.

Außerdem betreiben die Wiener Linien vier Soleaufbereitungsanlagen, damit wir in der kalten Jahreszeit immer genügend Salzlösung zur Verfügung haben. In großen Tanks wird das Gemisch aus Wasser und Salz hergestellt, mit denen wir unsere Haltestellen von Eis und Schnee befreien.

Film: Unsere Vorbereitungen auf den Winter

In unserem Zeitrafferfilm können Sie sich ein Bild davon machen, wie wir uns auf den Winter vorbereiten. Während es noch sommerlich warm ist, rüsten wir bereits einen Rasenmäher-Traktor zum Schneepflug um. Als nächstes montieren wir einen Schneepflug auf ein Schienenfahrzeug, füllen Salz in eine Soleaufbereitungsanlage und Sand in einen Sandstreuwagen. Abschließend sehen Sie noch die Montage eines Schneepflugs auf einen LKW.


Der Winterdienst der Wiener Linien in Zahlen

  • 5.301 betreute Haltestellen: 1.065 Straßenbahn, 4.132 Bus, 104 U-Bahn
  • 1.707 betreute Weichen: 1.128 Straßenbahn, 579 U-Bahn
  • 1.000 Weichenheizungen
  • 41 Schienenräumfahrzeuge mit Schneepflug
  • 13 Groß-LKW mit Schneepflug & Streugerät, rund 30 Sonderfahrzeuge (z.B. Kehrmaschinen, Kleintraktoren, Unimogs)
  • Streumittelverbrauch: rund 80 Tonnen Splitt, rund 150 Tonnen Salz pro Saison

Wir betreuen Schienenstraßen und Haltestellen

Meistens beginnt der Winter in Wien in den höher gelegenen Bezirken im Nordwesten der Stadt. An diesen exponierten Stellen kommt es zuerst zu Glatteisbildung und/oder Schneefall. Für unseren Winterdienst heißt das: Ausrücken. Insgesamt stehen über 80 Fahrzeuge und über 200 MitarbeiterInnen der Wiener Linien bereit.

Unser Winterdienst betreut Schienenstraßen und Haltestellen der Wiener Linien. Das heißt: Wir räumen und streuen Gleiskörper, auf denen Straßenbahnen und Busse unterwegs sind. Für das Räumen von Straßen ist die MA 48 zuständig; hier kommt unser Winterdienst unterstützend zum Einsatz, damit unsere Busse störungsfrei unterwegs sein können.

Einsatzstufe hängt von der Witterung ab

Fünf Monate lang gilt für unsere Winterdienst-MitarbeiterInnen Rufbereitschaft. Je nach der erwarteten Witterung (Glätte, Eis, Schneefall) legen unsere Schneediensthabenden die Einsatzstufe fest; davon hängt ab, wie viele Mitarbeiter ausrücken und welche Tätigkeiten nötig sind. Die Wiener Linien arbeiten eng mit der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) zusammen, die regelmäßig Prognosen für uns erstellt.

Fallen mehr als ca. 5 cm Schnee, muss er von den Gleisen geräumt werden. Dafür stehen über 40 Schienenpflüge zur Verfügung. Außerdem kommen für die Räumung unserer Haltestellen (und bei Bedarf mancher Busstrecken) über 40 LKW, Kehrmaschinen und Traktoren mit Schneepflügen und Streugeräten zum Einsatz.

Besonders wichtig für den Betrieb unserer Straßenbahnen sind funktionstüchtige Weichen. Spezielle Weichenheizungen erwärmen sie, um zu verhindern, dass sie zufrieren oder durch angepressten Schnee blockiert werden. Die Heizung schafft allerdings nur eine gewisse Auftauleistung; wenn dies nicht reicht, reinigen Weichenbetreuer diese Weichen händisch.

Film: Räum-Einsatz auf Schienen

In unserem Film können Sie sehr gut beobachten, wie die Auswurfsperre funktioniert. Nähert sich das Fahrzeug einer Haltestelle, senkt sich der bewegliche Seitenteil der Pflugschaufel; dadurch wird verhindert, dass der Schnee seitlich auf die Haltestelle geschoben wird, was unsere Fahrgäste beim Ein- und Aussteigen behindern würde. Nach der Haltestelle kommt die Sperre wieder nach oben, der Schnee wird wieder seitlich weggeschoben.

Außerdem im Bild: Einer unserer Weichenposten, die dafür sorgen, dass Weichen an problematischen Stellen reibungslos funktionieren. Wird eine solche Weiche von Schnee, Eis oder Streusplitt blockiert, putzt er sie händisch oder stellt sie manuell, damit die Straßenbahn ohne Verzögerung fahren kann.

Die Umwelt ist uns auch im Winter wichtig

Zum Schutz der Umwelt investieren die Wiener Linien in schonende Streu- und Auftaumittel. Um die Feinstaubbelastung durch Streusplitt zu reduzieren, vermischen wir den Splitt mit Sole (einer Mischung aus Wasser und Salz); wann immer möglich, verzichten wir ganz auf Splitt.

Außerdem verwenden wir Feuchtsalz (eine Mischung aus Streusalz und Sole), das in wesentlich geringeren Mengen eingesetzt werden kann als vergleichbare Auftaumittel; somit werden Boden, Pflanzen, Tiere und Gewässer nachhaltig geschont. Unsere Sole stellen wir übrigens selbst her: Die Wiener Linien betreiben vier Soleaufbereitungsanlagen, aus denen wir unsere Tankwagen und Fahrzeuge befüllen.

Für die Bäume im Bereich der Ring-Haltestellen strengen wir uns besonders an: Um sie zu schützen, verwenden wir Kaliumcarbonat, das wesentlich schonender ist als andere Auftaumittel, allerdings auch eine schwächere Auftauwirkung besitzt und deutlich teurer ist. Zusätzlich wird der Boden rund um die Bäume mit einem speziellen Vlies abgedeckt, das das Einsickern von Auftaumitteln verhindern soll.

Schon gewusst?

AnrainerInnen sind verpflichtet, Gehsteige und Haltestellen zu räumen

Was immer wieder zu Missverständnissen führt, ist die Zuständigkeit für das Räumen von Haltestellen. Grundsätzlich gilt: Der Eigentümer einer Liegenschaft ist verpflichtet, die Gehsteige zu räumen, die an sein Haus/Grundstück angrenzen. Dies gilt auch für Haltestellen öffentlicher Verkehrsmittel, die sich darauf befinden. Die Regelung im Überblick:

  • Von 6 bis 22 Uhr müssen LiegenschaftseigentümerInnen den Fahrgästen das sichere Ein- und Aussteigen bei Straßenbahn, Bus und U-Bahn ermöglichen.
  • Gehsteige und Haltestellenbereiche müssen rechtzeitig von den HausbesitzerInnen, Hauswarten oder den beauftragten Schneeräumfirmen betreut werden.
  • Nur außerhalb dieser Zeit sind die Wiener Linien dafür verantwortlich.

Mehr Information finden Sie auf den Seiten der MA 48:
Infos rund um den Winterdienst 
Gesetzliche Grundlagen der Straßenreinigung