DT - 11

Dampftramwayzug: Lokomotive11 - Wagen 72
Beschafft von der Unternehmung: Dampftramway Krauss & Comp., Neue Wiener Tramwaygesellschaft
Gebaut von:
Lokomotivfabrik Krauss in Linz (1885) und Simmeringer Waggonfabrik (1886)
Die „Dampftramway Krauss & Comp." betrieb zwei voneinander unabhängige Streckennetze. Die erste Teilstrecke der „Südlichen Linie" wurde 1883 eröffnet, im Endausbau umfaßte die „Südliche" die Strecke von Hietzing nach Mödling und eine Abzweigung nach Ober-St.-Veit.
Die „Nördliche Linie" wurde 1886 von der Stefanie- (heute Salztor-)brücke nach Stammersdorf mit einer Abzweigung von Floridsdorf nach Groß-Enzersdorf eröffnet.
Die ursprünglich verwendeten, kleinen zweiachsigen Dampftramwaylokomotiven erwiesen sich auf der steigungsreichen „Südlichen Linie" (Maurer Berg!) als zu schwach, sodaß im Jahr 1884 fünf dreiachsige Lokomotiven (Nummern 6 - 10) mit 100 PS Leistung gebaut wurden, denen im Jahr 1885 noch die Lokomotive Nr. 11 folgte.
Nach der Einstellung des Dampftramwaybetriebes im Jahr 1922 fanden einige Krauss-Lokomotiven noch bei der Elektrifizierung der Wiener Stadtbahn Verwendung, viele Lokomotiven wurden wegen ihrer robusten und unverwüstlichen Bauart aber auch noch lange Zeit als Werkslokomotiven weiterverwendet, so kam auch die Museumslokomotive Nr. 11 nach ihrem Dampftramway-Einsatz zur Liesinger Schleppbahn als Werkslokomotive.
Die DT-Lok 11 wurde für den Festzug anläßlich der Einstellung der legendären Straßenbahnlinie „13" am 1. Juli 1961 auf das Wiener Straßenbahnnetz zurückgebracht und als Dampftramwaylokomotive reaktiviert.
Die Lok wurde danach noch für mehrere Jubiläumsfahrten verwendet, bis die immer wieder verlängerte Zulassung zur Benützung des Dampfkessels im Jahr 1978 endgültig endete.
Der Dampftramwaywaggon 72 entstammt einer Serie von acht Wagen (Nr. 68 - 75), die im Jahr 1886 für die „Südliche Linie" (Hietzing - Mödling) der Krauss'schen Dampftramway geliefert wurde.
Nach Einstellung des Dampftramwaybetriebes wurde der Wagen Nr. 72 ab 1921 nach entsprechender Adaptierung als Straßenbahnbeiwagen mit der Typenbezeichnung „I" verwendet.
Von 1926 bis 1951 hatte der Wagen graue Lackierung, die Plattformen wurden im Jahr 1940 verglast.
Ab 1947 trug der Wagen die Betriebsnummer 272. Nach seiner Ausscheidung aus dem Wagenstand im Jahr 1955 kam der Wagen auf einen Kinderspielplatz in Kaisermühlen, von wo er für den Festzug „100 Jahre Wiener Straßenbahn" im Jahr 1968 wieder zurückgeholt und von der Hauptwerkstätte restauriert wurde.



