Sicherheitsoffensive der Wiener Linien

Die Wiener Linien setzen neue Maßstäbe bei der technischen Sicherheit ihrer Fahrzeuge und Betriebsanlagen. Ein „12-Punkte-Programm für mehr Sicherheit" wurde in den letzten Monaten erarbeitet und zum Teil auch bereits umgesetzt.
Die Fahrzeuge der Wiener Linien sind das mit Abstand sicherste Verkehrsmittel. Während im Vorjahr 27 Menschen bei Unfällen im Individualverkehr tödlich verunglückt sind, kam es im Rahmen des öffentlichen Verkehrs im gleichen Zeitraum zu keinem einzigen tödlichen Unfall - eine Tatsache, die dem hohen Niveau der Sicherheitsstandards bei den Wiener Linien geschuldet ist. Die Wahrscheinlichkeit, bei einer Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in Wien zu verunglücken beträgt 1:1.000.000.000; damit sind die Wiener Linien auch sicherer als das vorgeblich sicherste aller Verkehrsmittel, das Flugzeug.
Um den Sicherheitsstandard auf diesem hohen Niveau zu halten, haben die Wiener Linien ein „12-Punkte-Programm" erarbeitet:
- Die bis 2019 geplante Umrüstung aller U-Bahn-Türen mit hochsensiblen, elektronischen Türsystemen wird beschleunigt und bereits 2016 abgeschlossen sein. Schon jetzt verfügen über ein Drittel aller U-Bahn-Türen über diese allerneueste Technologie.
- Alle Fahrerstände von Zügen, die im Tunnel unterwegs sind, werden bis 2016 mit Atemschutzgeräten ausgestattet sein. Dadurch ist gewährleistet, dass die FahrerInnen im Fall einer Rauchentwicklung eingreifen, Rettungskräfte alarmieren und den Fahrgästen helfen können.
- Die Ausbildung des Personals der Wiener Linien wird weiterhin systematisch verbessert.
- Bei der kommenden Ausschreibung für eine neue Busflotte wird auf die bisherige behördliche Ausnahmegenehmigung verzichtet, wonach Weitwinkel-Spiegel für die Busse der Wiener Linien nicht zielführend sind. Die Busse einer neuen Busflotte werden also auch über Weitwinkelspiegel verfügen.
- Zwischen den turnusmäßigen Revisionen der Autobus-Bremsen wird es zusätzliche Überprüfungen geben. Dadurch soll eine ungleiche Bremswirkung der Achsen in Zukunft verhindert werden.
- Bei der Niederflurstraßenbahn ULF wurden Prüfungsintervalle verkürzt - das betrifft den routinemäßigen Austausch aller Hydraulik-Leitungen und -Schläuche, der von nun an alle vier Jahre erfolgen wird (bisher alle sechs Jahre). Ebenso wurde vor wenigen Wochen damit begonnen, bei den ULFs das bisherige Hydrauliköl mit einem Flammpunkt von 100°C gegen eines mit einem Flammpunkt von 230°C auszuwechseln.
- Die Systematik der Dienstaufsichten und Dienstaufträge bei den Wiener Linien wurde und wird überarbeitet und bei der zuständigen Behörde zur Genehmigung eingereicht. Damit werden die sicherheitstechnischen und betrieblichen Anordnungen für das eigene Personal klarer und präziser.
- Die Information der Fahrgäste zum Thema Sicherheit ist massiv ausgeweitet worden. Aushänge, verstärkte Medien- und Öffentlichkeitsarbeit, neue Piktogramm und die Ausweitung von Gruppenschulungen unterstützen die Fahrgäste dabei, sich richtig und sicher zu verhalten.
- Die Aufsicht der Übernahme von Zügen und Bussen durch das Fahrpersonal wurde verschärft.
- Der angedachte Ausbau des Notstopps in den Stationsaufsichten wird nicht umgesetzt. Es wird davon Abstand genommen, hierbei die modernen U-Bahn-Systeme in Asien zu imitieren, die vermehrt auf Fernsteuerung setzen. Jede Stationsaufsicht wird somit auch weiterhin über einen Notstopp verfügen, um einen U-Bahn-Zug in der Station zum Anhalten bringen zu können.
- Die Durchsage zur Abfertigung der U-Bahn-Züge wurde von „Zug fährt ab!" auf die direkte Aufforderung an die Fahrgäste „Zurückbleiben, bitte!" umgestellt.
- Um den Brandschutz bestmöglich zu gewährleisten werden auch weiterhin kontinuierlich die entsprechenden Entwicklungen verfolgt, um für die Ausstattung von Zügen und Bussen stets so feuerresistentes Material wie möglich einzusetzen.




